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| 13.08.2021, Julia |
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12.8.2021 In Bundschuh kamen wir an dem Hochofen-Museum vorbei. Hier wurde seit dem 16. Jahrhundert Bergbau und Verhüttung bertrieben. 1862 stand hier eine der modernsten Hochofenanlagen Österreichs. Besonders der Winderhitzer ist bestens erhalten - weil er unter Schutt bedeckt den Alteisenhändlern entgangen ist. Wir setzten aber unsere Auffahrt Kilometer für Kilomerter fort. Es war schon ganz schön heiß und dementsprechend langsam krochen wir die Bergstraße hinauf. Oben angelangt eröffnete sich uns eine wunderbare Almlandschaft mit glitzerndem Bacherl und ein paar treuherzig dreinschauenden Kühen, die offensichtlich auch aufgrund der Temperatur den Tag eher liegend verbrachten. Die Durchfahrt auf der Alm zog sich gehörig - kein Schatten weit und breit, dafür ein tolles Nockberg-Panorama. Und dann plötzlich waren wir schon in Schönfeld. Kurz überlegten wir noch auf der Josef Mehrl Hütte einzukehren. Da aber alle Schattenplätze belegt waren, enstchieden wir uns für die Abfahrt. Ein klitzekleines Stückchen bis zum höchsten Punkt auf 1755 Höhenmetern war noch zu strampeln, aber das war nicht der Rede wert. So und nun kam das Abwärts-Geschnurre. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht ließen wir uns die kurvige Bergstraße runter. In Innerkrems schliffen wir uns ein, weil wir ein paar Schattenplatzerln auf der Wirtshaus-Terrasse entdeckt hatten. Nachdem wir irgendwann auf der Abwärtsstrecke die Landesgrenze nach Kärnten überquerten, mussten natürlich Kärntner Kasnudeln auf den Tisch. Katrin verzwitscherte einen Kaiserschmarren. Nach dem Essen mit vollem Bauch rollten wir und unsere Räder weiter abwärts. Innerhalb einer läppischen halben Stunde vernichteteten wir alle Höhenmeter, die wir peu à peu seit Bruck an der Mur angesammelt hatten. Es war herrlich. Ernüchternd war dann aber, als wir in Kremsbrücke auf die Bundesstraße abzweigen mussten. Oberhalb unserer Köpfe surrte auf einer monumentalen Stelzenkonstruktion idyllisch der Verkehr auf der Tauernautobahn, an uns vorbei röhrten die Motorradfahrer. Wir waren froh, als wir im mittelalterlichen Städtchen Gmünd dann auf die alte Römerstraße abzweigen konnten. Die führte uns bergauf bergab entlang des Hanges meist oberhalb der A10. Wir erinnerten uns an den Zeichentrick-Film "Cars", wo doch ein verlassenes Dörfchen namens "Radiator Springs" mit seinen paar treuen Einwohner*innen ein unbekanntes Dasein im Schatten der Schnellstraße "Interstate" fristete. Hier war es genauso: wir gelangten in kleine malerische Dörfer mit schmucken Bauernhöfen und süßen Kirchlein. Die Wirtshäuser aber waren mittlerweile geschlossen. Unter anderem radelten wir - standesgemäß- durch den Ort Radl. Immer wieder bot sich uns ein Ausblick auf die in waghalsigen Höhen auf Stehern konstruierte Tauernautobahn. Je tiefer wir kamen, umso heißer und schwüler wurde es. Bei einem Einkaufs-Stopp in Gmünd checkte Katrin eine Bleibe am Campingplatz in Sachsenburg. Eigentlich wollten wir an den Millstättersee. Aber da war nicht einmal ein Besenkammerl mehr frei, geschweige denn ein Zeltplatzerl für uns. So ists aber echt ganz lauschig in dem Ort an der Drau gelegen, wo wir uns einen Tag Popo-Pause gönnen, bevor wir alle Höhenmeter bis Innervillgraten/Kalkstein wieder einsammeln müssen. Das wird noch eine Challenge. Somit geht ein toller Tag mit vielen Höhenmetern in den Wadeln vorrüber. Wir werden gut schlafen in unseren Zelten und träumen von den vielen süßen "Radiator Springs", die wir auf unserer Fahrt gesehen haben. Kilometerstand: 408km
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