4- GRÜNE WIESEN UND SONNENSCHEIN
11.08.2021, Julia

10.8.2021
Während das Zelt in der Morgensonne im Obstgarten vor sich hin trocknete, ärgerten wir uns schon wieder mit dem Kocher. Katrin hat vor der Schlossruine ein nettes Platzerl fürs Frühstück gefunden.

Unser Gastgeber lieferte auch per Rad ein paar Eier von seinen Hendln und einen Liter Heumilch von seinen Kühen. Und wir waren Zeug*innen - die mampften riesige Mengen an frischem duftenden Heu mehrmals am Tag.
Katrin nutzte die Zeit, die Martin und ich mit dem Kocher-Durchputzen verbrachten, um den blog fertigzumachen und hochzuladen.
Dann waren die Zelte auch schon trocken, und wir konnten endlich losstarten.
Mir passierte gleich zu Beginn auch noch ein kleiner Unfall: die Clickplatte eines meiner Radschuhe drehte sich durch, und ich bekam den einen Fuß nicht mehr vom Pedal weg. Ich fiel bei einem Orientierungs-Stopp um wie ein Stück Holz - so richtig schön langsam. Katrin musste mir helfen, die Schuhbänder meines Schuhes zu lösen, damit ich barfüßig vom Pedal loskam. Das muss wohl ein lustiges Bild gegeben haben.
Und dann radelten wir ein bisschen an Wiesen und Feldern vorbei, aber meist neben der Hauptstraße - bis wir in Judenburg landeten. Dort entschieden wir uns aus Unwissen für den extra-höhenmeterlastigen Planetenweg zum Sternenturm. Wir keuchten das idyllische Gässchen hinauf, dann rauschten wir  über den schönen Hauptplatz und durften sogar mit den Rädern durch den Stadtgarten zur Mur hinuntersausen.

Auch die malerische Holzbrücke über die Mur war ein Erlebnis. Einmal noch die Bahnstrecke gekreuzt, setzten wir unseren Weg über traumhafte Blumenwiesen neben der Mur fort.

Immer wieder mussten wir steile Anstiege und Abfahrten meistern. Bei Teufenbach konnten wir unsere Mountainbikes auch ein bisschen artgerecht bewegen - hier hatten sie auf Schotterwegerln im Wald wirklich guten Auslauf.

Euphorisch und schon ein bisschen müde von der Tageshitze labten wir uns in dem kleinen Ort mit einem Eis. Und weiter gings durchwegs entlang der Gleise der süßen Murtalbahn bis Murau.

Manchmal ratterte sie an uns vorbei begleitet von dem typischen Pfeifsignal, das sie vor jedem der unzähligen Bahnübergänge warnend vor sich hin tutete. Ich konnte mein Wissen über ein gutes Café auf dem tollen Hauptplatz in Murau nutzen und Katrin und Martin endlich einladen - Obst-Torterl und Café.

Nun wars auch nicht mehr weit zum Campingplatz.
Ein herannahendes Gewitter verleidete uns das Abendessen - somit ersparten wir uns den Ärger über den streikenden Benzinkocher. Wir verkrochen uns in die Zelte - und das Gewitter....kam doch nicht. Gute Nacht.


11.8.2021
Irgendwann in der Nacht regnete und donnerte es doch ein bisschen, aber kaum der Rede wert. In der Früh strahlte uns die Sonne ins Gesicht. Katrin und Martin holten in der Campingplatz-Bäckerei ein paar frische Weckerln und Croissants - so lässt sich der Tag schon mal gut beginnen. Heute wollen wir nicht so lange radeln - unser Sitzfleisch soll auch ein bisschen Pause bekommen. Nach längeren Überlegungen soll es bis Ramingstein gehen. Dort wollen wir uns in einem kleinen Appartment - mit Waschmaschine - einquartieren, bevor wir morgen die Bergwertung Nummer zwei über den Schönfeldsattel anpeilen. Nach einem Stopp beim örtlichen Nahversorger (wir wollen die kleinen Geschäfte fördern) sausten wir bergauf bergab durch duftende, frisch gemähte Wiesen der steirischen Sommerlandschaft  immer begleitet durch das Rattern und Tuten der Murtalbahn und das Rauschen der Mur.

Bei einem Stopp in Predlitz für ein gutes Mittagessen sahen wir hinter dem Berg schon dunkle Wolken aufziehen. Schnell ausgetrunken und gezahlt machten wir uns so rasch wir konnten auf den Weiterweg. Und das mit vollem Bauch. Nur knapp entkamen wir mit ein paar Sturmböen und klatschenden Regentropfen dem Regenguss. Durch das hastige Radeln waren wir auch in Nullkommanix im Salzburgerland und in Ramingstein bei unserem Nachtquartier  gelandet. Flugs die Waschmaschine eingeschaltet, machten wir uns noch auf den Weg ins örtliche Wirtshaus auf eine Nachspeise. Der Himmel war wieder sommerlich klar, und wir genossen die Abendzeit im Gastgarten. 

 

Kilometerstand: 336km

 

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