3- STROMAUFWÄRTS
10.08.2021, katrin[at]lightriders[dot]info

Um 7:00 war Tagwache. Gestern Abend hat es doch noch einmal kurz geregnet und die Sonne blieb in der Früh aus. Also wurde das Zelt heute nass verpackt. Nach einem Frühstück mit norwegischer Schokolade verabschiedeten wir uns um 10:20 von unseren 4-hufigen Schlafplatz-Gefährt*innen.

 

Der Müll wird natürlich, wie sich das gehört, mitgenommen und entsorgt.

Die ersten Kilometer folgten der Mürz weiter stromab.

Nach knappen 20km erreichten wir Bruck an der Mur, wo wir uns beim ersten Supermarkt einschliffen und für Essensnachschub sorgten. Die Cafés waren leider wegen montäglichem Ruhetag meist geschlossen. So beschlossen wir, uns einen Snack am nächstegelegenen Bankerl zu genehmigen. Da wir gestern auf der Pferdekoppel keine Internetverbindung hatten, lud ich auch gleich noch den Blog hoch.

Julia recherchierte inzwischen wo wir diese Nacht unterkommen könnten und machte kurz nach Knittelfeld einen weiteren Bauernhof aus, der ein Zeltplatzerl anbot. Ein kurzer Anruf später war das Platzerl im Obstgarten für uns reserviert. Und nachdem der Blog endlich online und die noch entdeckten Tippfehler ausgebessert waren, ging es für uns von nun entlang des Murtalradwegs. Ab nun geht es wieder stromaufwärts. 50km sollten es noch bis zu unserem Zeltplatz für heute sein, als wir gegen 13Uhr Bruck an der Mur verließen. Anfangs überzeugte uns die Routenführung nicht wirklich. Der Radweg führte uns hauptsächlich neben Autobahn oder Bundesstraße. Hin und wieder gab es nette Abstecher in kleinere Ortschaften oder Waldpassagen.

 

In Leoben kehrten wir nochmals in einem Supermarkt ein. Die Temperaturen waren mittlerweile sommerlich und wir mussten unseren Flüssigkeitshaushalt  und unsere Getränkeflaschen auffüllen. Nach Leoben leitete uns der Murtalradweg endlich auf eine kleinere Straße abseites der Autobahn durch Futterwiesen. So hatten wir uns das schon eher vorgestellt.

Wir spulten Kilometer um Kilometer in der Spätnachmittagssonne ab. 13 Kilometer vor unserem heutigen Ziel beschloss mein Hinterreifen aus dem letzten Loch zu pfeifen und ich musste den Schlauch wechseln.

Immerhin war es nicht mehr weit. Kurz nach Knittelfeld gegen 18Uhr erreichten wir unseren Übernachtungsplatz.

Wir durften uns neben dem Kuhstall im Obstgarten ein Plätzchen für unsere Zelte aussuchen.

Wir stellten schnell unsere nassen Zelte auf, damit diese vielleicht noch etwas trocknen können bevor es am Abend wieder feucht wird. Julia hatte auf der letzten Brücke über die Mur eine Slipanlage gesehen und schlug vor, sich dort einmal kurz abzukühlen und den Schweiß runter zu waschen. Die Zeltplätze, die wir anfahren, sind einfache Stellplätze auf Privatgründen die sonst keinen Komfort wie Duschmöglichkeiten bieten. Ja, den pickigen Schweiß runterzuwaschen ist sicherlich keine schlechte Idee. Je nachdem, wie kalt die Mur sein würde, würde der Waschgang mehr oder weniger gründlich ausfallen. Wir radelten also das kurze Stück zurück und wuschen uns den Schweiß mit dem kühlen Murwasser ab. Frisch gewaschen ging es zurück zum Zeltplatz. Unser Gastgeber war so nett und versorgte uns sogar mit Strom direkt vors Zelt, damit wir unser Hightech-Equipment aufladen konnten. Die Chance mussten wir nutzen, da ich mit meinem Nabendynamo und meiner Solaranlage nur einen Bruchteil davon schaffe aufzuladen.

Nun hieß es Futter fassen. Wir fanden ein nettes Kochplatzerl neben der Schlossruine Einödhof.

Bevor es allerdings soweit war, musste der Kocher einmal zerlegt werden. Seit gestern brannte der nicht richtig und es dauerte ewig bis das Wasser zu kochen anfing. Also bauten Julia und Martin die Düse aus, da wir vermuteten, dass irgendetwas die Düse verstopfte. Nachdem alles wieder zusammengebaut war, konnten wir unser Abendessen zu bereiten: Grillwürstel mit Bio-Gulasch aus dem Glas. Julia konnte es nicht erwarten ihre finnische Grillgabel auszuprobieren und versuchte, ihr Würstel über dem Kocher zu rösten.

Nun funktionierte auch der Kocher wieder wie er sollte. Gut gefüllt krochen wir in unsere Zelte und hoffen, dass die Gewitterwolken am Horizont einen Bogen um uns machen.

Wohl bekomm's!

Kilometerstand: 235km

 

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