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4 - SCHIEBUNG!  
18.07.2023, Katrin
Live-Tracking
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16.07.2023
Es ist bewölkt und der Wind bläst immer noch sturmartig. Da wir einen Zeltplatz mit Frischwasser anschluss vor der Türe haben, wird als erstes Wasser für Tee, Porridge und für unterwegs gefiltert.

Hier wäre das vielleicht gar nicht notwendig, aber man weiß nie was sich oberhalb im Flußlauf befindet und auf eine Magen-Darm-Verstimmung kann ich gerne verzichten. Der Keramik-Aktivkohle-Wasserfilter hat sich schon auf mehreren Reisen bewährt. Nach dem Frühstück, Zeltabbau und Zusammenpacken heißt es zuerst einmal unsere ganze Ausrüstung ans andere Ufer zu bringen. Zuerst die Taschen, dann die Räder.

Es geht nun bergauf, denn wir müssen über einen Bergsattel, um in das nächste Tal nach Kjósen zu gelangen. Anfangs ist der Weg zumindest teilweise fahrbar. Loses Geröll macht das Fahren allerdings etwas schwierig. Die Steigung nimmt immer mehr zu, sodass immer öfter schieben für mich angesagt ist.

Als es dann immer steiler wird und auch das Schieben mit den Packtaschen immer mühsamer, schnall ich mir eine der Packtaschen auf den Rücken. Glücklicherweise habe ich mich dazu entschieden einen "Rucksackadapter" für die Packtaschen noch ins Gepäck zu stopfen. Damit kann man die Radtaschen zu einem Rucksack umfunktionieren. Hier macht sich das bezahlt. Es wird allerdings so steil, dass ich beim Schieben  immer langsamer werde. Martin nimmt mir dann die zweite Packtasche ab und so schieben wir eine ganze Weile vor uns hin.

Vier Kilometer kämpfen wir uns so in Richtung Bergsattel. Der Gegenwind macht auch das Schieben nicht unbedingt einfacher. Aber was solls. Da wir schon einmal hier sind, machen wir einfach weiter. Und die Landschaft ist gigantisch. Moos, Gras, Flechten leuchten in den unterschiedlichsten Grüntönen und die Bergkulisse ist fantastisch.Die ersten isländischen Schafe haben wir auch erblickt. Dafür zahlt sich das Geschiebe schon aus. Ein Blick zurück zeigt uns, was wir schon geschafft haben. 

Das gibt Motivation. Der letzte Kilometer hat es dann in sich, es wird sacksteil und die losen Steine immer größer. Der Weg besteht nicht mehr aus einem Weg sondern einem ausgetrockneten Sturzbachbett.

Nach insgesamt fünf Kilometern haben wir es geschafft und wir sind am Bergsattel angekommen. Vier Stunden für fünf Kilometer-verbesserungswürdig, würde ich sagen.

Der Wind pfeifft dermaßen, dass wir uns hinter dem Steinhaufen verkriechen und zur Feier einen Schokoriegel verzwitschern. Wir vergeuden aber keine Zeit, um nicht zu sehr auszukühlen. Noch schnell die Daunenjacke anziehen und dann nix wie runter. Übicherweise ist es ja so, dass sich der Weg hinunter ähnlich gestaltet wie bergauf. Das bewahrheitet sich auch diesmal. Nach nur wenigen fahrbaren Metern am Bergsattel stehen wir wieder vor einem Weg voller Geröll.

Da heißt es zur Abwechslung mal wieder schieben. Immerhin ist das Schieben bergab einfach als bergauf, da das Rad zumindest von selber rollt. Und der Ausblick ist großartig. Auch über das Wetter können wir eigentlich nicht meckern. Der Wind ist zwar wirklich stark, aber es regnet nicht.

In der Ferne sehen wir allerdings, dass der Weg dort etwas flacher wird und weniger steinig zu sein scheint. Er könnte dort durchaus fahrbar sein. Und tatsächlich, der Weg wird immer fahrbarer und auch die Sonne kommt immer öfter hinter den Wolken hervor.

Für die weiteren 5km bergab brauchen wir ein Viertel der Zeit, die wir bergauf gebraucht haben. Unser Tracking-System ist mit der Zunahme der Fortbewegungsgeschwindikeit anscheinend derart überfordert, dass es mit dem Tracking bergab anscheinend nicht nachgekommen ist. Die Aufzeichnung des Abschnittes fehlt daher. Das ist uns natürlich erst am Ende des Tages aufgefallen. Nach einer kleinen Einstellungsänderung sollte das nicht wieder passieren.
Nach insgesamt 10km erreichen wir wieder Asphalt und cruisen mit Rückenwind und bei Sonnenschein in Richtung Hjalli. Richtig warm ist es jetzt und so darf der Wind auch gerne bleiben.

Flott geht es nach Hjalli, denn dort soll es einen Campingplatz geben. Tatsächlich! Und obendrein ist das ein ganz idyllisches Plätzchen. Es ist zwar erst 15Uhr und wir haben auch nur knapp 15km geschafft. Aber wir finden, für heute haben wir uns genug abgerackert. Ausserdem möchte ich endlich mit Blog 3 online gehen und das möchte ich gerne in Ruhe abschließen. Da wir bei unserer Ankunft die Einzigen sind,  können wir uns den Zeltplatz aussuchen. Wir  genießen erste einmal den Komfort einer Dusche und nutzen dann die Gelegenheit und das Schönwetter um Wäsche zu waschen. Man weiß nie, wann sich die nächste Gelegenheit dazu bietet.

Mit der Zeit trudeln ein paar weitere Campinggäste ein, aber überlaufen ist es bei weitem nicht. Wir befinden uns hier ja auch abseits der bekannten Ringstraße 1. Das mag wohl der Grund dafür sein, dass es hier eher ruhig zugeht. Sehr angenehm. Der Wind lässt im Laufe des Abends auch nach-heute wird es eine ruhige Nacht.

Fazit: diese Offroad-Route war vom Weg her ein Griff ins Klo. Landschaftlich allerdings war es großartig.

 

Gesamtkilometerstand: 140 km

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