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| 16.07.2023, Katrin | ||
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13.07.2023 Wir haben wegen der Großgepäckaufgabe natürlich extra viel Zeit eingeplant. Und da alles so glatt lief, saßen wir bereits 3 Stunden vor Abflug am Gate. Pünktlich um 21:00 Uhr hob unser Flug Richtung Norden ab. Über Dänemark und vorbei am südlichsten Punkt Norwegens ging es über den Nordatlantik Richtung Island. Wir merkten, dass wir uns in Richtung Mitternachtssonne begaben. War es in Wien beim Afblug schon eher finster, wurde es nun immer heller. Als wir Süd-Island erreichten, lag eine dichte Wolkenschicht unter uns.Kurz bevor wir die Halbinsel Reykjanes erreichten, verzogen sich die Wolken jedoch und wir konnten doch tatsächlich in der Ferne den Lavaausbruch des Litli Hrúturs sehen. Von so weit entfernt sah es aus wie ein bengalisches Feuer. Rauchschwaden zogen in Windrichtung nach Süden und einen kurzen Augenblick sahen wir den Lavastrom, der sich südwestwärts ausbreitete. Einfach nur wow! Wir landeten pünktlich um 23:30 Uhr Ortszeit. Als wir am Gepäckband ankamen, da rollten auch schon unsere 2 Radkartons an. Und auch unsere Taschen kamen wenig später auf dem Gepäckband daher. Das hat ja alles wunderbar geklappt. 14.07.2023 Als wir uns dem Ausgang des Flughafengebäudes näherten, wehte uns schon ein stramme Brise entgegen. Sturmböen waren angesagt und es war ziemlich kalt. Wer den Film Cool Runnings kennt, erinnert sich bestimmt an die Filmszene, in der die jamaikanische Bobmannschaft im Winter in Calgary ankommt. Auch dort weht ihnen beim Aufgehen der Türe aus dem Flughafengebäude ein eiskalter Wind entgegen. Alle 4 Jamaikaner bleiben angewurzelt stehen. In der nächsten Szene sieht man im schnelldurchlauf, wie sich Senka alles anzieht was er in seiner Tasche mit hat und zum Schluss zieht er sich auch noch die Reisetasche drüber. Auch wir zogen uns noch ein paar Schichten mehr an bevor wir einen Fuß vor die Türe setzten und genau dabei viel uns diese Filmszene ein. Im Bike Pit waren wir nicht die einzigen, teilten uns den Platz aber gut auf, um die Räder startklar zu machen. Wir hatten fürs Verpacken doch so einiges vom Fahrrad demontiert. Und das wollte jetzt natürlich wieder montiert werden. Drei Stunden brauchten wir dafür. Um ca. 3:30Uhr konnte es dann losgehen. Die ersten Meter mit dem Rad auf Island! Velkomin - Willkommen! Der erste Stop war bei einem 24/7 Supermarkt in Keflavik geplant, um einmal Essen einzukaufen. Island begrüßte uns so wie es sich für diese Insel gehört: mit ordentlichem Gegenwind. Windstärken von bis zu 30m/s waren vorausgesagt. Nachdem wir im Supermarkt das Notwendigste eingekauft hatten, wollten wir eigentlich zu einem Campingplatz am Spitzl der Halbinsel Reykjanes fahren.Wir machten uns auf den Weg. Aber nach ca. 10km im Gegenwind überrannte uns die Müdigkeit-waren wir nun doch schon 24 Stunden auf. Es muss so gegen 7 Uhr in der Früh gewesen sein. Von der Straße zweigte ein Feldweg ab und kurz darauf kamen wir zu einem kleinen Platzerl in einem Lupinenfeld. Wir stellten unser Zelt auf und hauten uns für 5 Stunden aufs Ohr. Danach beratschlagten wir, was wir nun machen sollten. Wollten wir zum Campingplatz fahren und versuchen uns den Vulkan anzusehen? Am Tag zuvor wurde eine Wanderstrecke zur Besichtigung des ausgebrochenen Vulkans geöffnet. Unsere Recherche ergab jedoch, dass diese aus Sicherheitsgründen kurzfristig wieder bis Samstag geschlossen wurde. Auch die Windrichtung blieb für die nächsten Tage gleich. Der Wind blies aus nördlicher Richtung. Das bedeutete, dass die Gase und der Rauch des Vulkanausbruchs genau auf diese Wanderstrecke geblasen wurden. Die Windrichtung sollte sich erst in 1 Woche drehen. Solange wollten wir hier jetzt nicht warten. Wer weiß, wann die Wanderstrecke wieder freigegeben wird. Also beschlossen wir, unsere geplante Route zu starten und uns Richtung Reykjavik aufzumachen. Es ging entlang der Küste. Und rechts von uns, in der Ferne, sahen wir die Rauchwolken des Vulkans aufsteigen. Der Wind blies immer noch stark und kam meist entweder von der Seite oder von vorne. Das Wetter war sonst perfekt fürs Radln. Bewölkt mit Sonnenlöchern. Der Wind allerdings machte es etwas frisch. Die vierspurige Hauptverkehrsverbindung von Keflavik nach Reykjavik konnten wir großteils gut umfahren. Es ging teilweise durch wunderschöne lila Lupinenfelder. Ein Teilstück unserer geplanten Route war allerdings wegen des Vulkanausbruchs gesperrt, also mussten wir doch einige Kilometer auf der Hauptverkehrsstraße entlang radeln. Diese hatte aber einen sehr breiten Pannenstreifen und daher war das kein Problem. Links von uns das Meer und rechts von uns das Lavafeld, aus dem in der Ferne immer wieder Vulkankegel ragen. Eine geniale Landschaft, finde ich. Gegen 19Uhr suchten wir dann einen Zeltplatz. Nach einiger Zeit fanden wir auch einen gleich neben der Straße. Ein winziges versteckes Plätzchen, auf das unser Zelt gerade so drauf gepasst hat. 15.07.2023 Bald darauf trafen wir auf einen Radweg, der uns durch die Ortschaft Hafnafjördur führte. Dort kamen wir zufällig an einem Nachbau eines Wikinderschiffes vorbei. Über das Radwegenetz gelangten wir nach Reykjavik. Eine Frau freute sich offensichtlich über uns und rief uns "Welcome to Iceland" zu und "Have a nice day". Was für eine nette Begrüßung. Fixpunkt in Reykjavik war, Benzin für unseren Kocher zu besorgen. Ich hatte bereits im Vorfeld recherchiert, wo wir das bekommen könnten. Und so konnten wir diesen Punkt schnell abhaken. Zur Sicherheit haben wir gleich 2 Flaschen Kocherbenzin gekauft und nahmen uns auch gleich noch 4 Packungen Turmat mit. Turmat sind gefriergetrocknete Gerichte, die man nur mit kochenden Wasser aufgießen muss und nach einer gewissen Zeit des "Ziehens" sind sie dann essfertig. Für mehrtägige Touren im Nirgendwo ist das sehr praktisch, weil es leicht, klein und einfach zum Zubereiten ist. Natürlich fuhren wir auch noch durch das Zentrum von Reykjavik, vorbei an der Halgrimskirka, zur Harpa und zum Schiff "Sonnenfahrt". Danach ging es für uns hinaus aus der Stadt. Wir bogen in Richtung Þingvellir ab. Der Wind blies uns weiterhin entgegen, dass es eine Freude war. Schon bald wechselten wir aber auf eine Schotterstraße. Uns erwartet nun unsere erste Offroad-Tour. Schon bald standen wir vor dem ersten Hindernis: einem Pferdehof. Der war in unserer Karte gar nicht eingezeichnet. Wir mussten 2km drumherum fahren, um auf unsere Route zu gelangen. Die Schotterstraße, die den Spuren nach auch als Reitstrecke diente, führte in einem Tal auf die Berge zu. Es bot sich uns ein wunderbarer Ausblick nach dem anderen. Es wird hier ja praktisch nicht finster in der Nacht. Da vergisst man schnell einmal, wie spät es eigentlich ist. Um ca 20Uhr fanden wir ein nettes Plätzchen für unser Zelt. Sogar ziemlich windgeschützt. Also beschlossen wir hier für heute Schluss zu machen. Wir kochten uns noch einen Tee und sind froh, jetzt in unsere warmen Schlafsäcke kriechen zu können. Immerhin 62km bei Gegenwind haben wir an unserem 2. Tag geschafft.
Gesamtkilometerstand: 110 km
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