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| 10.09.2023, Katrin und Martin | ||
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02.09.2023-06.09.2023 Grimsey Per Klick auf die Fotos werden diese in einem separaten Fenster angezeigt Grimsey liegt 40km von der Nordküste Islands entfernt in der Grönlandsee. Die Insel ist ca. 5km² groß. Die längste Stelle misst 5,5km. Es leben um die 90 Personen hier - je nach Jahreszeit und Saison. In der Schulzeit verlässt ein Elternteil mit den Kindern die Insel, da es auf der Insel keine Schule gibt. Die meisten sind dann vermutlich in Akureyri. Im Sommer beziehen hier tausende Seevögel ihr Quartier, dafür ist die Insel bekannt. Im und um den Hafen spielt sich das Leben ab. Hier gibt es ein Restaurant, einen kleinen Supermarkt, einen Souvenirladen mit Café und ein Schwimmbad mit Hot Tub. Fischerboote tummeln sich im Hafen und bringen am Nachmittag den frisch gefangenen Fisch. Die meisten hier arbeiten in der Fischerei. Es gibt sogar ein Gemeinschaftszetnrum, wo es sogar vier ausgestattete Online-Arbeitsplätze gibt, die man nutzen kann. Grimsey geht mit der Zeit. Eine Kirche gibt es natürlich auch. Die wird gerade gebaut, da die alte 2021 abgebrannt ist. Das ist ein riesiges Gemeinschaftsprojekt der Insel, finanziert durch Spenden. Der Boden und die Dachziegel sind aus echtem Basaltgestein. Unsere Gastgeberin hat uns erzählt, dass die neue Kirche von einem Architekten geplant wurde. Trotz der Hinweise der Einheimischen kein Metall zu verwenden, hat er darauf bestanden die Fenstersimse aus Metall zu fertigen. Das gewollte Rosten sollte nach einem Jahr aufhören. "Nicht auf Grimsey! Auf Grimsey verwendet man kein Eisen" sagt unsere Gastegeberin. Und jetzt ärgert sie sich, weil es weiter rostet und nicht schön aussieht. Da die Kirche aus Holz ist, fällt uns das gar nicht auf. Das beruhigt sie. Wenn man mit den Leuten in Kontakt kommen will, dann geht man am besten ins Schwimmbad in den Hot Tub. Dort trifft man sich, denn das Schwimmbad hat jetzt in der Nebensaison unter der Woche jeden Tag am Abend eine Stunde lang geöffnet. Ich war natürlich am Freitag nach unserer Ankunft auch dort und hatte sofort nette Gespräche mit den Leuten hier. Am Montag wurde ich von einem der Hot Tub-Besucher gleich auf die geänderten Öffnungszeiten hingewiesen, als wir uns im Supermarkt getroffen haben. Dass man sich hier immer wieder über den Weg läuft, ist nicht schwer, denn der Supermarkt hat momentan ebenfalls jeden Tag nur eine Stunde geöffnet und der Besuch ist ein täglicher Fixpunkt für uns. Er ist gleich an das Restaurant nebenan angeschlossen und wird auch von den gleichen Personen betrieben. Sollte man etwas vergessen haben, dann ist es kein Problem, das während der Restaurantöffnungszeiten zu bekommen. Im Restaurant sind wir von unserer Ankunft an Stammgäste. Jeden Tag kommen wir hierher, entweder zum Abendessen oder zum Kaffee. Zum Essen gibt es jeden Tag eine Isländisch-Lektion dazu. Supermarkt- und Restaurantbesuch als Fixpunkt, da wird die Zeit schon knapp. Wir umrunden die Insel mehrmals mit dem Rad oder gehen einen Teil zu Fuß ab. Wir haben den Leuchtturm besucht... ...und die Basaltsäulen bewundert. Einen Tag lang ist ziemlich viel Wind und wir schauen den Wellen zu, wie sie an die Klippen klatschen. Wir probieren auch einmal Frisbeegolf aus. Da uns niemand sagen kann, wie die Spielregeln aussehen, haben wir einfach unsere eigenen Regeln aufgestellt. Wir nutzen auch die gut ausgestattete Küche und machen uns einmal Waffeln; mit Meerblick Es ist oft bewölkt, dennoch können wir ein bisschen vom Sonnenuntergang einfangen. Die Markierung des Ortes, an dem der Polarkreis im Jahr 1917 lag, ist direkt hinter unserem Haus und gibt ein gutes Fotomotiv ab. In einer Nacht ist es teilweise klar und auch tatsächlich etwas Nordlicht zu sehen. Alle Einheimischen hier begegnen uns mit einer Herzlichkeit, die besonders ist. Wir fühlen uns wirklich sehr willkommen. Am Tag vor unserer Abreise vermissen wir schon die Frau der Restaurantbetreibenden. Sie ist mit dem jüngsten Sohn nach Akureyri, da er dort in die Schule geht. Schade, wir wollten uns doch von ihr verabschieden. Da die Fähre am nächsten Tag erst um 16Uhr abfährt, wollen wir aber sowieso noch hierher etwas essen kommen. "Ja, ihr müsst auf jeden Fall kommen, damit ich euch verabschieden kann" sagt der Mann der Restaurantbetreibenden. Das machen wir. Die Verabschiedung am nächsten Tag fällt so herzlich aus, dass ich ein wenig traurig bin Grimsey zu verlassen. Wir lassen seine Frau schön grüßen und bedanken uns für die Herzlichkeit. Dann verstauen wir die Räder auf der Fähre und warten auf die Abfahrt. Wir schauen dem Treiben bei der Fähre zu. Da wird der Fisch, der heute Nachmittag mit den Fischerbooten ankam, verladen. Alle Leute, die ich im Schwimmbad getroffen habe und die hier vorbeikommen, verabschieden sich und wünschen uns noch eine gute Reise. So viel Herzlichkeit gegenüber Touristen am Ende der Saison an einem Urlaubsort, habe ich noch selten erlebt. Der Abschied von Grimsey und ihren Bewohner:innen fällt irgendwie schwer. Aber ich freue mich jetzt auch wieder aufs Weiterradln. Die Fährfahrt dauert 3 Stunden und wir kommen um 19Uhr in Dalvik an. Es ist schon dämmrig. Im Hafen von Dalvik ziehen wir unsere Michelin-Männchen-Montur von der Fährfahrt an Deck aus und machen uns fertig, um noch 10km bis nach Hauganes zu radln. Da bleibt ein Auto stehen. Es ist die Frau der Restaurantbetreibenden von Grimsey, die sich freut, dass sie uns noch einmal trifft. Ihr Mann hätte ihr schon gesagt, dass wir sie lieb grüßen ließen. Sie freut sich, wenn sie uns wieder einmal in Grimsey willkommen heißen darf. Wie nett! Schön, dass wir uns doch noch persönlich verabschieden konnten. Dann schwingen wir uns auf die Radln und radln los. Als wir in Hauganes ankommen, ist es schon fast finster. Wir stellen das Zelt auf und das war's für heute. 07.09.2023 Hauganes-Akureyri Die Hot Pots sind richtig "hot". Die sind sogar mir fast zu heiß. Es nieselt und wir sitzen im warmen Wasser - so lässt es sich bei Regen aushalten. Irgendwann kommt ein Mann, der die Hot Pots beaufsichtigt und wir bitten ihn, ob er vielleicht etwas kühles Wasser in die Hot Pots lassen könnte. "Das sind Hot Pots und keine Cool Pots" meint er mit Augenzwinkern. Er kommt dann mit dem Schlauch und lässt überall kaltes Wasser nach. Er erzählt, dass die Pots hier jeden Abend ausgelassen werden, weil sonst die Jugend aus der umliegenden Gegend Party macht und alles mögliche an Abfall dann hier um und im Pot landet. In der Früh werden dann die Pots wieder mit dem Wasser aus der heißen Quelle angefüllt. Der Pot in Form eines Schiffes braucht 10 Stunden, um voll zu werden. Auslassen und neu befüllen, das geht auch nur, weil das heiße Wasser hier aus der Quelle kommt. Ich glaube nach 2,5 Stunden beschließe ich, mal wieder im Zelt vorbei zu schauen. Es ist knapp vor 12 Uhr und es nieselt immer noch. Das Restaurant gegenüber sollte um 12Uhr aufsperren. Dort können wir ja erste einmal "Frühstücken" und beratschlagen was wir weiter tun. Als wir uns fertig machen, kommt die Frau von der Schweizer Familie und sagt uns, dass im Hafen frische Fiskiboller - Fischbällchen verkauft werden. Das Restaurant hätte leider geschlossen. Ein super Tipp. Wir machen uns also auf zum Hafen. Dort öffnen wir einfach frech eine Tür, wo irgendwas mit "fisk" draufsteht. Wir werden sehr freundlich von drei Personen begrüßt. Ich meinte, dass wir gehört hätten, dass es hier gute, frische, fertige Fiskibollur gibt; Ob wir denn auch welche bekommen könnten? Der Mann meint, wir hätten Glück, es gibt hier die besten überhaupt und heute ganz frische Fiskibollur. Die nehmen wir natürlich. Sie werden frisch für uns frittiert. Wir bedanken uns, denn das ist heute unser Frühstück. Das Restaurant hätte ja leider zu. Wir wollen schon gehen, da meint der Mann, wir müssten seinen selbstgemachten Schnaps probieren. Ich versuche abzulehnen, da wir doch noch radfahren müssen. Nur kosten, meint der Mann. Wir würden dann noch viel besser radfahren können. Ja das glaube ich! Es geht ein paar Mal so hin und her. Ok, eine Kostprobe können wir zu den gehaltvollen Fiskebollur schon nehmen. Er schenkt uns eine Kostprobe von einem roten Getränk aus einer unbeschrifteten Plastikflasche ein. Woraus ist der Schnaps denn gemacht, wollen wir wissen. "Das ist ein Geheimnis", sagt der Mann. "Schmeckt eindeutig nach Beeren", meinen wir. Der Mann erklärt uns, dass das ganz bestimmte Beeren sind, die man nur hier in einem bestimmten Tal findet. Die sind Medizin für die Augen. Es gab schon Leute, die mit Brille hier angekommen sind, 4-5 Gläser von dem Schnaps getrunken haben und dann ihre Brille ins Meer geschmissen haben. Die sind am nächsten Tag wieder gekommen und wollten nochmal was trinken, weil ihre Augen viel besser waren. Ja, das glaub ich gerne- vielleicht haben sie doppelt gesehen, meine ich. Wir lachen alle. Er fragt uns, ob wir nun mehr wollen. Nein, danke. Das geht nun wirklich nicht. Woher wir kommen, möchte der Mann wissen. "Aus Österreich". "Ah Österreich, na dort habt ihr ja viel Schnaps. Da kennt ihr das ja". Er erzählt uns dann sogar noch, wie der Schnaps zubereitet wird. Welche Beeren nun drinnen sind, bekommen wir nicht heraus. Wir bedanken uns, dass er uns die Geschichte zu seinem Schnaps erzählt hat und wir ihn kosten durften und gehen zufrieden mit den warmen, frischen Fiskibollur. Beim geschlossenen Restaurant nebenan stellen wir uns unter das Vordach und futtern das Sackerl Fiskibollur auf einen Sitz auf; gehaltvoll und sehr gut! Jetzt müssen wir in jedem Fall weiterradln; zumindest bis Akureyri. Das sind mindestens 35km. Um 14Uhr soll es laut Vorhersage auch aufhören zu nieseln. Wir packen also alles zusammen. Ich beschließe, das Innenzelt auszuhängen und extra zu verpacken. So bleibt immerhin das Innenzelt trocken. Um 14Uhr radeln wir los und es hat tatsächlich zu regnen aufgehört. Wir haben zwar das Regengewand an, aber brauchen tun wir es momentan nicht. Na wer weiß, vielleicht fängt es wieder an. Auf der Straße ist viel Verkehr. Wir beschließen also jede Umfahrung, die möglich ist, zu nutzen. Das dauert entsprechend und um kurz vor 17Uhr kommen wir im Zentrum von Akureyri an. Die Cafés schließen ja üblicherweise um 17Uhr. Dennoch finden wir noch eines im netten blauen Haus, wo wir uns aufwärmen und was essen. Es ist sehr gemütlich und die aufgelegten 80er Hits machen gute Stimmung. So kommen wir erst um 19Uhr wieder los. Der Campingplatz ist noch ein ganzes Stück weiter und liegt auf einem Hügel. Mittlerweile ist es finster, als wir dort bei der Rezeption ankommen. Mit uns kommt ein Paar aus den USA mit ihrem Campingauton an. Sie sind aus Seattle und dort oft mit dem Rad unterwegs. Wir plaudern ein bisschen. Dann suchen wir uns einen Zeltplatz. Der Campingplatz ist riesig, aber sehr gemütlich angelegt. Wir stellen schnell unser Zelt auf. Es ist natürlich waschelnass. Es war ganz schön schlau, das Innenzelt extra zu verpacken, den so haben wir jetzt ein trockenes Zuhause. Nordlicht ist keines in Sicht. Es sind dann doch knapp über 50km heute geworden. Geregnet hat es übrigens nicht mehr. Das Regengewand hätten wir also in der Tasche lassen können. 08.09.2023 Akureyri-Systragil Bevor wir uns auf unsere Route weiter Richtung Myvatn machen, müssen wir noch ein Stück zurückradln, um in einem Supermarkt Müsli fürs Frühstück einzukaufen. Wir starten auf dem Radweg aus Akureyri hinaus. Der führt hinter der Flughafenlandebahn vorbei und auf einen Hügel. Wir haben aber Rückenwind beim Bergauffahren. Da wir die Hautpstraße 1 so gut wie möglich umfahren möchten und der Tunnel, durch den die 1er hier geführt wird für Fahrräder gesperrt ist, müssen wir über den Berg. Das trifft sich aber gut, denn am Weg liegt ein Hot Pot. Der ist besonders, denn er liegt an der Kante eines Wasserfalls, der ins Meer mündet. Den muss ich mir zumindest einmal anschauen. Und wenn es nicht zu gefährlich ist, dann natürlich hineinhüpfen. Wir checken die Lage und dann bin ich auch schon drinnen. Dass der Bach hier warmes Wasser führt, ist relativ neu. Der ist angeblich bei den Bauarbeiten des Tunnels entstanden, da das heiße Wasser einer Quelle abgeleitet werden musste. Sehr praktisch. Das Wasser ist warm aber nicht heiß. Für einen Sonnenscheintag ist es warm genug. Ich bleibe nicht lang, denn ein bisschen unheimlich ist es schon in so einem natürlichem infinity Hot Pot bei einem Wasserfall. Zurück bei den Rädern kommt eine deutsche Familie vorbei, die sich nach dem Hot Pot und nach den Badegepflogenheiten hier in Island erkundigen. Ich erzähle, was ich so mitbekommen habe. Baden immer nur mit Badeanzug, auch in den natürlichen, versteckten Hot Pots. In den Schwimmbädern, oder wenn Duschen vorhanden sind, dann muss man sich vor dem Besuch in den Hot Pots immer ohne Badezeugs und mit Seife waschen. Das ist wichtig. Aber das ist im Schwimmbad eh groß angeschrieben und in allen möglichen Sprachen erklärt. Für uns geht es dann über den Berg. Hier ist deutlich weniger los, als auf der 1er. Wir haben glücklicherweise Rückenwind beim Bergauffahren. Beim Bergabfahren haben wir dann entsprechend Gegenwind. Mit der Bergfahrt haben wir nun die Küste verlassen. Durch einen Birkenwald geht es dann zu einem Campingplatz in Systragil. Dort schlagen wir unser Zelt auf. Es gibt sogar ein kleines Häuschen, wo man sich etwas zu essen kochen kann. Das nutzen wir gerne, als die Sonne verschwunden ist. 09.09.2023 Systragil-Kidagil Heute soll es seit langem wieder einmal auf einem Karrenweg im Gelände über einen Berg gehen. Das ist die einzige Möglichkeit, die 1er in Richtung Myvatn zu umfahren. Es gibt einen steilen Anstieg, daher haben wir uns den Wecker heute früher gestellt und kommen auch schon um 9:30 los. Wir folgen mit Rückenwind der Asphaltstraße, die dann zu einer Schotterstraße wird. Wir radln immer entlang eines Flusses auf die Nebelwand zu. Mittlerweile hat sich herbstliches Gelb in die Pflanzenwelt gemischt. Nach 20km erreichen wir den erwarteten steilen Anstieg. Schieben ist, wie erwartet, angesagt. Kurz nachdem wir die erste Rampe und ca 50 Höhenmeter hinter uns gebracht haben, kommen wir drauf, dass wir falsch sind. Die Straße hier geht nicht weiter und führt nur zu einem Strommast, wir sind einen Berg zu früh dran. Wir schieben bzw. fahren wieder hinunter. Mittlerweile nieselt es. Der richtige Anstieg ist nicht weniger steil, aber der Belag nicht ganz so geröllig und locker. Wir können teilweise fahren. Hier hilft der Rückenwind. Schieben hin und wieder bleibt uns aber nicht erspart. Von der Landschaft sehen wir leider nicht viel. Als wir endlich auf 570m angekommen sind, ziehen wir uns das Regengewand an, denn jetzt beim Bergabfahren wird der Wind, der nun gegen uns bläst, den Regen genau auf uns klatschen. Endlich kommt die ganze Regenmontur zum Einsatz, vom Helmüberzug über die Handschuhe bis hin zu den Gamaschen. Jetzt gehts bergab. Mit dem Fahrtwind wird es ganz schön kalt. Meine Finger und meine Zehen sind Eisblöcke. Dann stehen wir plötzlich vor einer Flussfurt. Die ist aber nirgends in der Karte eingezeichnet. Auf nasse Füße haben wir bei dem Wetter gar keine Lust. Allein das Aus- und wieder Anziehen unserer wasserdichten Überhandschuhe ist eine Prozedur, die wir uns ersparen möchten. Also gehen wir auf und ab und schauen, ob man den Fluss vielleicht irgendwo das Rad schiebend und über die Steine hüpfend überqueren kann. Es findet sich dafür keine geeignete Stelle, zumindest nicht wenn man auch das Fahrrad schieben muss. Martin meint, es ist zwar nicht wirklich seicht, aber es sieht so aus als könnte die Furt wahrscheinlich durchfahren werden. Er probierts mit seinem Radl und schafft es. Mir ist der Fluss zu tief und zu breit und der Untergrund zu geröllig. Ich seh mich da schon im Wasser stehen, weil ich bei den Steinen stecken bleibe. Das probier ich bei dem Wetter jetzt nicht aus. Martin kommt zu Fuß zurück und gibt mit meinem Rad ordentlich Gas und bringt auch das gut auf die andere Seite. Ich hüpfe über die Steine. Puh, da haben wir Glück gehabt, dass wir nicht die Schuhe ausziehen mussten. Es geht weiter bergab. Die Finger muss ich am letzten Stück noch einmal aufwärmen, da ich die Bremshebel schon gar nicht mehr gescheit greifen kann. Das ist vielleicht nicht so praktikabel beim Runterfahren. Die letzten Kehren sind ordentlich steil, sodass wir sie teilweise schieben, bevor wir nun wieder auf eine Straße kommen. Mit Rückenwind düsen wir noch 13km dahin, bis wir in Kidagil bei einem Gästehaus mit Campingplatz ankommen. Leider gibt es kein freies Zimmer mehr. Schade, das hätten wir ohne zu zögern genommen. Zeltplätze hätten wir aber genug zur Auswahl. Es ist 15:30Uhr. Ich frage, ob wir vielleicht im dazugehörigen Restaurant etwas zu essen bekommen? Der Mann an der Rezeption meint, Essen gibt es üblicherweise ab 18Uhr. Er wirft einen Blick auf die Uhr. 15:30. "Naja, es ist ja fast 18Uhr" meint er und grinst. Wir könnten schon etwas bekommen und drückt uns die Speisekarte in die Hand. Wir sind froh, dass man sich hier, wie auch schon öfter erlebt, die Schuhe ausziehen muss. Die sind nämlich nass und dort, wo man sie abstellt, gibt es eine Fußbodenheizung. Wir belagern den Tisch bei der Heizung und genießen ein super Essen. Das haben wir uns verdient. Als wir uns ca. zwei Stunden später endlich von der Heizung loseisen können, stellen wir das Zelt auf. Neben dem Restaurant gibt es auch einen Aufenthaltsraum, den wir nützen können, und Duschen gibt es auch. Wir verlagern also unseren Standort in den Aufenthaltsraum und freuen uns über eine heiße Dusche. 10.09.2023 Kidagil - Regenpause Der Mann an der Rezeption meint: "Kalt draußen?". "Nein, aber nass. Das ist noch schlimmer", antworten wir. Er gibt uns Recht. Wir verlängern um eine Nacht und machen es uns im Aufenthaltsraum gemütlich. Jetzt haben wir Zeit, in Ruhe unsere Aufzeichnungen auf aktuellen Stand zu bringen und Fotos zu überspielen. Gesamtkilometerstand: 2663km
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