51- WIR IN HELSINKI
15.10.2019, katrin[at]lightriders[dot]info, martin[at]lightriders[dot]info
Unsere Route

Unser Apartment liegt 7km außerhalb von Helsinkis Zentrum. Hinter dem Haus ist allerdings gleich die Bahnstation und man ist mit der Linie I nur vier Stationen vom Hauptbahnhof entfernt. Nachdem wir uns ausgeschlafen hatten ging es also gleich los, um in einem Helsinkier Café zu frühstücken. Dazu mussten wir uns als allererstes einmal eine Fahrkarte kaufen. Schnurstracks steuerten wir auf den Fahrkartenautomaten in der Station zu und verglichen die unterschiedlichen Möglichkeiten. Wir entschieden uns für einen 4-Tagespass. Der Automat spuckte unsere Karten aus und diese mussten beim ersten Fahrtantritt entwertet werden. Weder vor der Rolltreppe noch am Bahnsteig war ein Entwerter zu sehen. So fragte ich bei einer der wartenden Personen nach. Sie hätte keine Ahnung wo man das Ticket entwerten muss, da sie alles mit einer App macht. Also fragte sie in die Runde der anderen Wartenden und eine Dame meinte dann, dass es im Zug einen Entwerter gibt. Der Zug kam pünktlich an und wir stiegen ein. Als Entwerter war da nur so ein neumodisches Kastl wo die Leute ihre Smartphones hinhalten. Hmmm, wir haben doch nur ein schnödes Papierticket. Also machten wir uns auf die Suche nach einem normalen Entwerter. Der war einen Waggon weiter vorne auch zu finden. Wir standen also vor dem neumodischen und dem altmodischen Entwerter und überlegten wie das Ticket nun zu stempeln sei. Offensichtlich machten wir einen ahnungslosen Eindruck und eine Frau klärte uns freundlicherweise auf, dass wir das Ticket einfach nur vor den neumodischen Entwerter halten müssen um es zu validieren. Stimmt, es funktionierte. Der alte Entwerter hätte unserem Ticket womöglich ein Eck abgefressen- na das wäre ein Highlight gewesen. Was die Fahrkartenkontrolle, die kurz danach auch noch vorbeikam wohl dazu gesagt hätte? Wofür dann der alte Entwerter noch da ist, wusste die freundliche Dame auch nicht. Möglicherweise für alte Streifenkarten, die aber gar nicht mehr verkauft werden. Also offensichtlich geht es hier in Helsinki etwas mehr mit Hightech zu. In jedem Fall haben wir es geschafft und unsere Erkundungstour durch Helsinki kann beginnen.

Eine grüne Stadt am Meer
Was uns sofort aufgefallen ist: Helsinki ist eine wahnsinnig grüne Stadt. Überall gibt es kleinere oder größere Parks.

Da das Stadtzentrum Helsinkis an drei Seiten vom Meer umgeben ist, ist dieses niemals weit entfernt. Ein Spaziergang am Wasser ist immer eine Option. Um und am Wasser gibt es immer viel zu sehen. Sei es eine nette Hauszeile, die Insellandschaft, die Yachten, Fähren oder sonstige Schiffe.

Bei einem unserer Promenadenspaziergänge trafen wir auf Schiffe, die irgendwie seltsam, aber imposant aussahen. Diese Schiffe haben eine Spezialaufgabe, aber welche? Die Lösung gibts am Ende des Blogs.

Wir hatten außerdem das Glück, dass an diesem Wochenende die Sailing days stattfanden und sich im Hafenbecken und am Pier des Marktplatzes viele große Segelschiffe tummelten die man auch besichtigen konnte.

Cafés
Vom mobilen Bike-Café, über Nobelkaffeehäuser und Cafés mit angeschlossener Sauna bis hin zum Mumin-Café gibt es hier alles.

Viele gemütlich Kaffeehäuser und Bäckereien laden hier zum Pausieren ein. Auch der Marktplatz und die Markthallen, wie Hakaniemi und die alte Markthalle, bieten ein nettes Ambiente um sich zu stärken.

Die größte Cafédichte fanden wir im hippen Viertel Kallio und im Designerviertel. In jedem Café, das wir besucht hatten, waren die Speisen und Bäckereien äußerst appetitlich angerichtet.

Architektur
Von modern, über Art-déco bis Jugendstil findet man alles in Helsinki. Wie in jeder Stadt gibt es natürlich auch die mehr oder weniger eher geschmacklosen Kastenbauten. Im Quartier um Katajanokka fanden wir die Häuser im Art-déco Stil.

Manchmal wurde die felsige Landschaft in die Gebäudegestaltung mit einbezogen. Das gefiel mir gut. Auch die Felsenkirche ist fast gänzlich in den natürlichen Fels gehauen.

Und dann gibt es noch die angeblich schönste Straße Helsinkis- die Huvilakatu- die Villenstraße. Ein entzückenderes Häuschen reiht sich an das andere.

Die Zentralbibliothek Oodi ist berühmt für ihre Architektur, also stand auch diese auf unserer Besichtigungsliste.

Ich dachte mir, das ist sicherlich wieder nur so ein Hype. Aber ich muss sagen, die Bibliothek ist wirklich toll.

Hier gibt es für jede/n etwas. Im zweiten Stock kann man kleine Arbeitsräume oder große Besprechungszimmer mieten. Es gibt eine Knotzecke und eine Kreativzone. Hier kann man sich einen Platz an einer der vorhandenen Nähmaschinen reservieren, oder seine Fotos auf Plakatgröße ausdrucken. Man kann 3D Drucker benutzen und eine kleine Werkstatt gibt es auch. Für Gamer gibt es eigene Gamingzonen. Es gibt sogar schalldichte Audio- und Videostudios. Natürlich gibt es auch die Lern- und Leseräume. Im dritten Stock gibt es dann im verglasten und sehr hellen, offenen Raum die Bücher, Magazine, ein Café und eine Kinderecke.

Auf der Terrasse kann man seinen Kaffee und die Sonne genießen.

Dieses Gebäude scheint ein Treffpunkt für Jung und Alt zu sein- zum Plaudern, arbeiten und kreativ sein. Hier ist ausdrücklich jede und jeder willkommen sich einfach dort aufzuhalten, herum zu knotzen. Alle haben das Recht den zur Verfügung gestellten Raum "Oodi" zu nutzen. Darauf wird ausdrücklich hingewiesen. Das Konzept find ich genial. Mir hats gefallen- vor allem die Nähmaschinen.

Die Seefestung Suomenlinna
Eine kurze Fährfahrt vom Marktplatz entfernt befindet sich die Festung Suomenlinna aus dem 18. Jahrhundert. Die Fähre ist übrigens Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes und war damit in unserem Öffi-Ticket inkludiert.

Suomenlinna erstreckt sich über sechs Inseln und war im Laufe ihrer Zeit eine schwedische, russische und finnische Festung.

Die Anlage ist eigentlich ein großes Freilichtmuseum.

Suomenlinna lädt mit ihren Parks, Museen, Cafés und Aussichten zum Spazieren ein.

Zirka 800 Menschen leben hier permanent auf den Inseln. Unter anderem haben KünstlerInnen hier ihre Ateliers. Wir durften einen Künstler, der Bilder aus Nägeln schafft, kennenlernen.  
Uns hat Helsinki ganz gut gefallen. Man kann viel zu Fuß machen und mit den Öffis kommt man sehr gut voran. Die vielen Parks und die Lage am Meer laden auch dazu ein viel zu Fuß unterwegs zu sein. Helsinki ist eine äußerst radfreundliche Stadt. Man kommt von außerhalb durchgehend auf Radwegen ins Zentrum und auch dort gibt es immer eigene Fahrstreifen für RadlerInnen. Es scheint ein gutes Miteinander von RadlerInnen, FußgängerInnen und AutolenkerInnen zu geben. Einen mittelalterlichen Stadtkern, so wie wir es kennen, gibt es nicht, aber es gibt in jeder Ecke etwas zu entdecken. Und wenn es nur ein Waschsalon im Einkaufszentrum ist, den wir nutzen konnten, um unserer Wäsche auch mal eine Wellnesskur zu gönnen.

Wie geht es nun weiter? Wir haben uns dazu entschieden, die Fähre von Helsinki nach Travemünde in Deutschland zu nehmen. Eine Alternative wäre gewesen, auch Schweden per Fähre einen Besuch abzustatten und von dort weiter südwärts zu radeln. Leider war in der letzten Zeit das Wetter nicht mehr so nach unserem Geschmack und eine Besserung war auch nicht in Sicht.

Auflösung: Bei den Schiffen handelt es sich um Eisbrecher, die sich momentan noch auf Sommerpause hier befinden. Der stärkste Eisbrecher, die Polaris, und seine Gefährten werden vielleicht schon bald für das Freihalten der Wasserflächen ausrücken müssen.

Top Übersicht
© lightriders.info, Impressum