38- SCHLAG AUF SCHLAG IN TROMSØ
7.8.2019, katrin[at]lightriders[dot]info, martin[at]lightriders[dot]info
Unsere Route

31.7.2019
Auch heute entschieden wir in Sandvika zu bleiben, uns nach der nächtlichen Blogerstellung auszuschlafen und einfach hier am Strand die Zeit zu genießen. Nur zum Nachmittagskaffee und Supermarktbesuch ging es nach Sommarøy.

1.8.2019
Wir stellten uns heute zur Abwechslung einmal wieder den Wecker- wir wollen die Schlunzerei ja nicht einreissen lassen. Um 7:45 Uhr fingen wir an alles zusammen zu packen und parallel dazu etwas Energie in Form von Knäckebrot zu uns zu nehmen. Startklar waren wir um 9:30- wie in alten Zeiten. Es war teils bewölkt aber die Sonne lugte hin und wieder hervor und es dürfte ein schöner Tag werden. Heute ging es nach Tromsø- die Stadt die wir bereits sechsmal besucht haben und der wir immer gerne einen Besuch abstatten. Mir gefällts dort einfach. Der Wind stand gut und so entschieden wir uns für die Routenführung entlang des Nordfjords, des Kattfjorddalens und des Kaldfjords. Eine wunderschöne Strecke die zwar einige Höhenmeter mehr bedeutete aber die Fahrt durch das Kattfjorddalen ist einfach traumhaft. Da die Wolken tatsächlich fast verschwunden waren, war das Panorama wieder einmal gigantisch.

Die heutige Strecke führte uns auch wieder an meinem Lieblingssupermarkt Eide Handel vorbei; hier erledigten wir gleich die Einkäufe für heute. Danach ging es schnurstracks nach Tromsø.

Der erste Fixpunkt hier: ein Kaffee und Kanelsnurrer bei Risø: unser, besser gesagt mein, Lieblingscafé hier in der Stadt dem wir immer einen Besuch abstatten wenn wir hier sind. Seit ich mit der Planung dieser Reise begonnen hatte, stellte ich mir vor wie es wohl sein wird mit dem Fahrrad nach all den Kilometern hier vorzufahren und einen Kaffee zu schlürfen.

 

Es war natürlich köstlich- wie immer. Wir  kennen Tromsø nur im Herbst/Winter, dennoch ist alles vertraut- auch wenn zur Abwechslung die Bäume grüne Blätter haben und der Blumenschmuck in der Stadt blüht. Nachdem der erste Fixpunkt erfolgreich erledigt war, ging es nun zum zweiten: über die Brücke zur Eismeerkathedrale. Auf dem Weg schauten wir auch noch kurz bei Roald Amundsen vorbei.

Bevor wir auf die charakteristische Brücke, die Tromsø mit dem Festland verbindet, auffuhren, wurden wir von einem Auto angehupt- ich drehte mich um und sah nur ein wildes Gewinke im Auto- wer kann das wohl sein? Kaum zu glauben, aber es war Jon- was für ein netter Zufall. Wir plauderten kurz und dann ging es für uns weiter über die Brücke in Richtung Eismeerkathedrale.

Die Form dieser Kirche finden wir wirklich gelungen und seitdem wir die Insel Håja kennen, ist für uns die Ähnlichkeit nicht zu übersehen. Am schönsten ist das Bild aber dennoch wenn es finster ist, denn da ist die Kirche wunderschön beleuchtet. Stattdessen gibt es diesmal grüne Bäume und Blumenkisterln.

Das Endziel für heute ist der Campingplatz in Tromsdalen wo wir uns eine Hütte mieten. Die nächsten Tage werden wir hier verbringen um die Stadt bei Sommer zu genießen und auch einige Besorgungen für unsere Weiterfahrt zu tätigen. So Manches weist nach über 5000km schon einige Schwachstellen auf oder hat bereits den Geist aufgegeben. Dafür soll hier für Ersatz gesorgt werden- die Merkliste wurde bereits erstellt.

2.8.2019
Heute wird die To-Do-Liste abgearbeitet. Ganz oben auf der Liste steht der Umzug in die luxury cabin am Campingplatz an. Danach ging es in die Stadt um neue Bremsscheiben für Martin zu besorgen und diese auch umbauen zu lassen da durch die Radneuanschaffung während der Reise das entsprechende Werkzeug fehlt (siehe Blog 6). Wir suchten auch noch die Norges Bank auf um alte 100er NOK Scheine gegen die neuen wechseln zu lassen. Zwischendurch ging sich auch noch ein Kaffeehausbesuch im Lieblingskaffee Risø aus- mit Latte Art inklusive.

Nachdem die wichtigsten Dinge erledigt waren, drehten wir noch eine Runde durch die Stadt und am Kai entlang.

Dann ging es zurück in unsere Hütte, besser gesagt Haus, und Martin wechselte auch noch Zahnkranz und Kette bei seinem Rad.

3.8.2019
Nach einem Frühstück auf der Terrasse in der Sonne ist ein Faulenztag angesagt.

Ausser Verpflegung für das Wochenende zu organisieren und durch das Tromsdalen zu spazieren haben wir einfach den Tag in der Sonne genossen

4.8.2019
Auch heute ist wolkenloser Himmel. Wir machten uns nach dem Frühstück auf den Weg in die Stadt- hier geht es am Sonntag vormittag noch sehr ruhig zu. Nach einem Kaffee ging es zum Polaria um uns dort einfach in die Sonne zu setzen. Danach radelten wir zur Telegrafenbucht- einem Naherholungsgebiet mit Badeplatz am südlichsten Zipfel der Insel.

Beim Folkeparken sahen wir uns die Ausstellung "In cod we trust" über den Kabeljau und seine Wichtigkeit für die Region an. Danach ging es weiter in Richtung Flughafen. Heute gibt es für uns Verstärkung. Meine Schwester Julia ist im Anflug...

...um uns die nächsten sechs Wochen zu begleiten. Wir hoffen natürlich, dass wir ihr ein paar Kilos unseres Gepäcks aufladen können. Nachdem wir uns auf dem Flughafen doch noch gefunden haben- wir haben nämlich beim falschen Ausgang gewartet- wurde Julias Rad zusammengebaut.

Bei Sonnenschein ging es Richtung Campingplatz.

Sie übergab uns unsere Bestellungen die sie für uns daheim besorgt hatte und unsere Ersatzteile fürs Rad die wir vor unserer Abreise bei ihr deponiert hatten. Grüße und Energielieferanten in Form von Müsliriegeln, Früchtetees, selbstgemachter Marmelade, Imbisswürstel und Kaffeehausbesuchsförderungen brachte sie auch aus Wien mit. Jetzt sind wir wieder für einige Kilometer versorgt. Bei meinem Rad tauschten wir ebenfalls noch den Zahnkranz, die Kette und das mittlere Kettenblatt.

5.8.2019
Heute wurden wieder einige organisatorische Dinge in der Stadt erledigt, natürlich verbunden mit einem Kurzbesuch im Lieblingscafé. Am Abend stand eine Wanderung über die neu gebaute Sherpatreppe auf den Storsteinen am Programm.

Man könnte natürlich auch mit der Seilbahn hinauf fahren, aber das war uns zu einfach. Unterstützung erhielten wir von unserer Bekanntschaft, die wir in Evjen getroffen haben (siehe Blog 33) und die uns auf dieser Wanderung begleiteten. Pünktlich um 18:00 ging es los um die 1200 Stufen gemeinsam mit Gry und Eiliv in Angriff zu nehmen.

Oben angekommen gab es eine kleine Überraschung für unsere norwegischen Freunde.

Wir haben ein kleines Wiener Dessert, eine Sachertorte, hinaufgeschleppt- standesgemäß inklusive Porzellanteller. Natürlich gehört zur Sachertorte Schlagobers. Das wurde vor Ort per Hand frisch geschlagen. Mit einem Schlagabtausch zu dritt hätten wir es doch tatsächlich fast geschafft Butter zu produzieren.

Gestärkt ging es wieder hinunter. Hinunter waren es auch nicht weniger als 1200 Stufen- nachgezählt haben wir freilich nicht- dafür aber die Abendsonne genossen die nun jeden Tag um zirka 10 Minuten früher untergeht.

Wir verbrachten noch einen netten Abend mit Gry und Eiliv die uns noch mit einem typisch norwegischen Abendessen verwöhnten. Wohlgemerkt bei Kerzenschein. Laut Eiliv ist es dafür mittlerweile dunkel genug und somit der Herbst offiziell willkommen geheissen- was dennoch nicht bedeuten muss, dass der Sommer schon vorbei ist. Wir hatten großen Spaß gemeinsam und sind dankbar für die herzliche Gastfreundschaft. Wir freuen uns sehr auf ein Wiedersehen- in Wien vielleicht?

6.8.2019
Unseren letzten Tag in Tromsø verbrachten wir zu allererst mit frühstücken in der Sonne und nichtstun. Am späten Nachmittag juckte es uns doch noch  in den Beinen und wir radelten noch geschwind 22km um frischen Fisch fürs Abendessen zu besorgen. Am Rückweg sausten wir noch bei Jon und seiner Familie vorbei um uns von ihnen zu verabschieden und uns für die Zeit bei ihnen zu bedanken. Wir hoffen natürlich auch sie bald wieder zu sehen. Nach 44km waren wir wieder zurück am Campingplatz und die Arbeitsteilung getroffen: Julia: Fisch zubereiten, Martin: letzten Wäschewaschgang koordinieren, Katrin: Blog fertigstellen. Zack, zack, zack!...na dann Mahlzeit.

Gesamtkilometerstand: 5963km

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