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| 13.6.2019, katrin[at]lightriders[dot]info, martin[at]lightriders[dot]info | ||
| Unsere Route |
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Am 8.6. war die Weiterfahrt aus Namsos geplant. Zunächst folgte aber eine vormittägliche Einkaufstour um unsere Vorräte wieder aufzustocken. Danach packten wir unsere Sachen auf unserem Hotelzimmer zusammen und wie wir beiläufig unsere Aussicht auf das Hafenbecken nutzten, sahen wir plötzlich wie eine Rückenflosse im Wasser immer wieder kurz auftauchte und wieder verschwand. Wir haben leider nicht wirklich erkannt, um was für ein Tier (bzw. Tiere, denn es waren eigentlich zwei) es sich dabei handelte aber es kommt eigentlich nur ein Delfin oder ein Hai in Frage. Danach, es war mal wieder so um die Mittagszeit herum, starteten wir dann los auf unserer neuen Route den Kystriksveien entlang. Es werden zwar viele Asphaltkilometer zu fressen sein, aber auf unserer ursprünglichen Route wären wir auch viel auf oder neben der Schnellstraße E6 gefahren (das ist die Hauptverbindungstraße von Nord und Süd). Die Küste entlang soll der Autoverkehr auch nicht so stark sein, weil die Strecke öfters durch Fährverbindungen unterbrochen ist. Landschaftlich soll die Küstenroute ja einiges zu bieten haben, wir haben uns schon eine Liste einiger Highlights die am Weg liegen zusammen gestellt und werden versuchen diese (immer schön gemütlich!) abzuarbeiten. Heute stand auch schon nach zirka 35 km die erste Fährfahrt am Programm, es ging von Lund nach Hofles. Danach hatten wir noch 15km bis nach Kolvereid zu absolvieren. Auf dem Weg dorthin überschritten wir heute die 4000km Marke. Also von unserer ganzen Reise bis jetzt kamen mir die ersten 1000km am längsten vor. In Kolvereid checkten wir am örtlichen Campingplatz ein und bauten unser Zelt auf. Nachdem wir wieder einige Kilometer hauptsächlich auf Asphalt zu absolvieren haben, haben wir bei Katrins Rad wieder die Leichtlaufreifen montiert, wenn wir sie schon die ganze Zeit mit uns rum schleppen. Danach wollte Katrin noch den Seitenschlag aus ihrem Hinterrad zentrieren, der es schon seit einiger Zeit schwabbeln lässt. Leider hat sich das als nicht so einfach erwiesen, da die Felge bereits begonnen hat bei einigen Speichenlöchern einzureissen. Das bedeutete, ein neues Hinterrad muss her (oder zumindest eine neue Felge). Wäre uns das einen Tag früher in Namsos aufgefallen, wäre das wohl keine große Sache gewesen, da wir dort ein großes Fahrradgeschäft gesehen haben. Hier könnte es aber etwas dauern, bis wir bei einem Geschäft vorbeikommen, das ein passendes Laufrad auf Lager hat. Zusätzlich war morgen auch noch Sonntag und übermorgen ein Feiertag (Pfingstmontag). Also vor Dienstag gab es überhaupt keine Aussicht auf Ersatz. Im Moment konnten wir also nichts tun, ausser zu hoffen, dass es noch ein paar Tage durchhält. Zur Feier dieser Erkenntnis haben wir uns an diesem Abend eine Portion Fischburger zubereitet. Am nächsten Morgen regnete es, aber bis wir alle unsere Sachen beisammen hatten war das Zelt auch schon fast wieder trocken. Wir starteten, um den ersten Punkt auf unserer Liste abzuhaken, und zwar die Insel Leka. Diese stellt eine geologische Besonderheit dar, da hier Gesteinsarten vorkommen, die eigentlich aus dem Erdmantel stammen und eine für diese Gegend ungewöhnliche rotbraune Farbe aufweisen. Lange Zeit hatte man für das Auftreten dieser Gesteine keine Erklärung. Zusätzlich gibt es auf Leka auch eine Höhle mit Höhlenmalereien, die aber nur mit Führung zugänglich ist. Diese Sehenswürdigkeit würden wir allerdings verpassen, da die Führung zu dieser Jahreszeit nur einmal in der Woche stattfindet. Auf Leka gibt es auch das größte Schiffsgrab Norwegens aus der Wikingerzeit. Um auf Leka zu gelangen mussten wir jedoch 15km von unserer Route abweichen. Naja, dafür gibt es hier deutlich weniger zum bergauf Radeln als im Landesinneren. An dem Tag haben wir auch den 65. Breitengrad überquert, unser Ziel das Nordkap auf 71° Nord rückt schon in greifbare Nähe. Nach 63km kamen wir auf Leka in unserer Unterkunft an. Wir haben uns diesmal offensichtlich bei Fred Feuerstein einquartiert und uns ein Steinhäuschen gemietet. Nachdem es hier ja praktisch nicht mehr dunkel wird, haben wir uns überlegt, nur unser Gepäck in der Hütte zu verstauen und ohne Zusatzgewicht noch heute die Rundtour von etwa 25km um die Insel zu absolvieren. Bei Abendlicht soll die rötliche Färbung des Gesteins auch noch besser zur Geltung kommen. Ausserdem waren für den nächsten Tag schlechtes Wetter progostiziert. Gesagt, getan um zirka 21:00 sind wir zu unserer Inselrundtour losgeradelt. Die interessanten Gesteinsformationen befinden sich eher auf der West- und Nordseite der Insel. Im Großen und Ganzen war es ganz nett aber wir hatten es uns etwas imposanter vorgestellt Am nächsten Tag ging es wieder zurück aufs Festland aber zuerst schauten wir noch bei dem Wikingerschiffsgrab vorbei. Aber auch hier war eigentlich nur ein Grashügel zu sehen. OK. Das war also die Insel Leka. Zurück zu unserer Route waren es auch nicht weniger als 15km und als es uns auf der Strecke zum zweiten Mal einregnete, beschlossen wir das Regengewand anzuziehen. Auf der Weiterfahrt passierten wir auch die ersten Tunnels in Norwegen (bzw. die ersten Tunnels auf unserer Tour überhaupt). Wir fuhren weiter nach Holm, um dort die nächste Fähre nach Vennesund zu nehmen. Kurz vor Holm ist uns auch zum ersten mal ein Elch begegnet, es wurde bereits höchste Zeit dafür. Auch auf unseren zahlreichen Nordlichturlauben haben wir noch nie einen Elch zu Gesicht bekommen. In Vennesund quartierten wir uns am Campingplatz in einer Hütte ein. Morgen geht es dann weiter zum Torghatten, das ist ein weiteres Highlight auf unserer Liste, und zwar handelt es sich beim Torghatten um einen Berg mit Loch, also kein Felsen mit Loch (sowas kennt man ja) sondern ein ganzer Berg mit Loch. Wir sind dann auch gemeinsam Richtung Brønnøysund gefahren, das ist der letzte größere Ort vor dem Torghatten. Den Torghatten haben wir auf dem Weg dorthin schon gesehen und tatsächlich zeigte sich das Loch für einen kurzen Augenblick. In Brønnøysund trennten sich unsere Wege- Thank you girls for the nice and fast ride together!- und wir beide versuchten zunächst ein neues Hinterrad aufzutreiben. Der zweite Versuch war erfolgreich und wir erhielten ein Hinterrad in "Einsteigerqualität". Aber es passte, die Felge war in Ordnung und es drehte sich. Danach gab es noch eine kleine Umbauaktion vor dem Sportgeschäft, aber diese verlief ohne größere Probleme. Beim alten Laufrad wurde die Nabe herausgezwickt, der Rest wanderte in die Tonne. Danach fuhren weiter auf den Campingplatz beim Torghatten, da wir uns das natürlich auch aus der Nähe ansehen wollten. Auch auf der Strecke dorthin gab es tolle Ausblicke. Die Insellandschaft und das Meer am Kystriksveien gefallen uns schon mal sehr gut. Wieder nutzten wir den Vorteil des langen Tageslichts. Nachdem unser Zelt aufgebaut und alles verstaut war starteten wir unsere Torghatten-Wanderung. Beim Startpunkt trafen wir auch nochmals unsere Radlbegleiterinnen von heute Linda und Renate die gerade wieder am Rückweg waren. Die Wanderung ist relativ einfach. Auf der einen Seite den Berg ungefähr die halbe Höhe hoch, durch das Loch und auf der anderen Seite wieder runter und zurück. Der Torghatten ist auch nur ungefähr 300m hoch. Von unten ist das Loch nicht zu sehen aber während des Aufstiegs konnte man schon den "Schlund" erahnen der sich immer weiter auftat. Wenn man dann davor steht ist es zunächst sehr beeindruckend aber auch ein wenig unheimlich. Der Abstecher hat sich definitiv geloht, etwas Vergleichbares haben wir noch nie gesehen. Um 23:00 Uhr waren wir von unserer Wanderung zurück und wir kochten uns noch schnell ein Abendessen. Am nächsten Tag ging es bei Sonnenschein wieder zurück Richtung Brønnøysund. Die nächste Station nach Brønnøysund war Horn und hier wurde wieder eine Fähre genommen. Als wir auf die Ankunft der Fähre warteten, trafen wir einen Liegeradfahrer aus München, der in Oslo gestartet war und auch das Ziel Nordkap hatte. Anschließend möchte er wieder in die Gegend um die Lofoten und ein paar Wanderungen unternehmen. Auch ein Pärchen aus der Schweiz war mit dem Rad unterwegs mit dem Ziel Lofoten. In Anndalsvag gingen wir von Bord und radelten 15km weiter nach Forvik um dort gleich wieder in die nächste Fähre zu steigen. In Forvik gibt es auch eine lokale Kaffeerösterei und Katrin musste dort natürlich vorbeischauen, um den Kaffee auf Herz und Nieren zu überprüfen. Ergebnis: Die Qualität stimmt. Das nächste Fährziel war Tjotta und die Zeit während der Überfahrt nutzte ich, um mir ein Cola hinter die Kiemen zu kippen, wie man auf See sagt. Kurz nach Tjøtta checkten wir auf einem Campingplatz ein und machten Schluss für heute. Der Kystriksveien hält bis jetzt was er verspricht.
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