17- GRAUE WOLKEN AUF 57° NORD
28.4.2019, katrin[at]lightriders[dot]info, martin[at]lightriders[dot]info
Unsere Route

Jeder Campingtag startet mit einem Guten-Morgen Kaffee.

So auch am 25.4. in Nordjylland- wo wir uns momentan befinden- bevor wir unser Hütterl verlassen und uns auf die Weiterfahrt machten. Alles wird wieder in den Taschen verstaut und am Rad montiert. Wir haben uns zwar den Zeltabbau erspart, zeittechnisch brachte uns das allerdings nicht viel. Vielleicht auch deshalb weil, als wir endlich alles am Rad verstaut hatten, es natürlich zum Regnen begonnen hatte. Es wurde beratschlagt ob wir nun das komplette Regengewand anziehen sollten oder nur die Regenjacke, oder überhaupt kein Regenzeug weil es schließlich nicht so stark regnete und vielleicht eh gleich wieder aufhört. Normalerweise ist es ja so, dass, kaum das man alles anhat, es wieder zu regnen aufhört. So entschieden wir die komplette Regenmontur anzulegen, schließlich kann man nur gewinnen: entweder es regnet nicht, dann freuen wir uns oder es regnet, dann sind wir bereits vorbereitet. Und so ging es endlich los. Heute ging es vorerst durch Mischwälder und Nadelwälder die uns teilweise an die österreichische Berglandschaft erinnerten

Nach kurzer Zeit sah es dann aber schon wieder etwas "arktischer" aus.

Dänemark ist ein fahrradfreundliches Land, wie wir bereits beschrieben haben, und bisher haben wir nur freundliche Landsleute getroffen. Es wäre jedoch nicht notwendig gewesen gleich Häuser nach uns zu benennen :)

Zum Regnen hat es natürlich nie richtig begonnen und so verpackten wir das Regenzeug bei unserer Mittagspause wieder als die Sonne begann hervorzublinzeln. Glücklicherweise kamen wir da gerade an einem Supermarkt vorbei den wir noch nicht kannten und ich verschwand für einige Zeit um durch die Regale zu schnurchteln um zu sehen was es hier so tolles zu kaufen gab. Da unser Platz leider limitiert ist konnte ich leider nur das notwendigste an Proviant und einen Mittagsimbiss mitnehmen. Neben Shrimpssandwich und Kanelsnege (Zimtschnecke) gabs auch Flüssignahrung. Wem von uns wohl welches Getränk gehört?

Gut gestärkt ging es weiter und wir überschritten den nächsten, den 57. Breitengrad.

 

Die Sonne kam heraus und unser Weg führte wieder näher an die Küste. Bei Hanstholm trafen wir  auf Relikte des 2. Weltkriegs- die Überreste der Bunkeranlagen des Antlantikwalls. Sie dienten der Kontrolle des Skagerrak, der Meerenge zwischen Dänemark und Norwegen. Solchen Anlagen werden wir vermutlich auch in Norwegen wieder begegnen.

Weiter ging es die Meeresküste entlang und diesmal hatten wir das Meer sogar richtig im Blickfeld. So haben wir uns das eher vorgestellt. Die meiste Zeit, wenn wir an der Küste entlangradelten wurde uns der Blick entweder durch Dünen oder Deiche versperrt.

Erst Radeln dann fotografieren, es gibt immer etwas zu tun, schließlich sind wir ja nicht auf Urlaub wink

Nach 65km war für heute Feierabend und wir schliffen uns bei einem kleinen Campingplatz ein. Nach der üblichen Hausarbeit wie Wäsche waschen, Isomatte aufpumpen, Schlafsäcke aufflauschen, empfahl der Küchenchef folgendes 3 Gangmenü:

- Tomatensuppe á la Knorr
- Reis auf indische Art nach Onkel Bens Geheimrezept
- süße Früchtchen "Eldorado".... machen nicht nur Kinder sondern auch uns Radler froh

Und so ging ein weiterer Radltag zu Ende.

Am nächsten Tag änderte sich die Landschaft kaum- Wälder und Küstenlandschaft wechselten sich ab.

Allerdings kamen wir in Thorup Strand an einem Fisch-Selbstbedienungsladen vorbei, fein säuberlich war alles auch auf Deutsch beschriftet. Leider passte der Hummer nicht in unseren Campingkochtopf.

Kurz vor unserem Tagesziel Slettestrand nahmen wir Notiz von einem Wegweiser der offensichtlich auf eine Mountainbikestrecke führte. Wir überlegten wo der wohl hinführte und ob das mit unserem Gepäck fahrbar wäre. So ein gemütlicher Waldsingletrail wäre eine nette Abwechslung zu den Straßen oder Schotterpisten. Als wir so hin und her überlegten kamen auch schon 3 Mountainbiker um die Kurve gezischt. Mangels meiner Dänischkenntnisse strudelte ich sie auf norwegisch an ob sie denn wüssten wo der Mountainbikeweg hinführte. Da sie mir erklärten das der Weg nach Slettestrand führte nehme ich einmal an, das sie mich verstanden haben. Ich erklärte kurz, dass ich norwegisch spreche weil ich etwas norwegisch gelernt habe und es nun gerne nützen würde. Das fanden sie gut und so unterhielten wir uns noch ein Weilchen auf Norwegisch-Englisch. Natürlich waren sie ganz interessiert woher wir kamen und wohin wir wollten. Ihrer Meinung nach wäre es sinnvoller für die hier abzweigende Strecke ohne Gepäck unterwegs zu sein- es sei zwar nicht steil aber ziemlich holprig. Sie gaben uns den Tipp in Slettestrand ein Hotelzimmer zu nehmen und am nächsten Tag die Mountainbikerunde zu fahren da dieses Gebiet für seine Mountainbikestrecke bekannt sei. Nachdem die die 3 weitergefahren waren konnten wir es natürlich nicht lassen uns selber ein Bild von der Strecke zu machen und zu überprüfen ob sie tatsächlich nicht mit Gepäck fahrbar ist.

Nach kurzer Zeit meinte ich, das es wirklich etwas sehr holprig sei und ich Angst hätte mein Gepäckträger schlägt unter der Last durch. Also drehten wir um und fuhren weiter auf der Vestkystruten nach Slettestrand. Angekommen bei dem Hotel trafen wir auch wieder auf die 3 Mountainbiker die wir schon zuvor getroffen hatten. Wir unterhielten uns wieder und sie wollten unsere Route sehen die wir uns für Norwegen geplant hatten. Es stellte sich heraus, dass es sich um Norweger handelte und wir bekamen sogleich ein paar Tipps zu unserer Routenführung. Nachdem Martin im Hotel nach einer Übernachtungsmöglichkeit und Preis dazu erkundigte, beschlossen wir nach reiflicher Überlegung und Abwägen weiterer Optionen am nächsten Tag die Mountainbikestrecke zu testen, aber dafür zum nächsten Campingplatz zu fahren. Mittlerweile hatte es auch wieder zu regnen begonnen. Am Campingplatz angekommen hat uns die Besitzerin herzlich empfangen und uns sogar in ihrer Campingplatzbutik noch Essen einkaufen lassen, obwohl es eigentlich schon geschlossen ausgesehen hat. Für den nächsten Morgen konnten wir frisches Gebäck bestellen. Wir schafften es unser Zelt glücklicherweise in einer Regenpause aufzustellen und dann in der nagelneuen Gemeinschaftsküche mit Panoramafenstern und Esstischen unsere Tiefkühlpizzaschnitte zu genießen. Nach einer ausgiebigen Dusche in den ebenfalls neuen Duschen die eher Badezimmern eines Hotels glichen zogen wir uns in unsere flauschigen Schlafsäcke zurück und schliefen bei Blitzlicht und Donnergrollen in der Ferne ein. Es war das erste Mal, dass ich eine Nacht wirklich gut durchschlief. Beim Aufwachen fiel uns sofort das Platschen der Regentropfen auf unser Zeltdach auf. Ein Blick auf die Wettervorhersage machte uns klar, dass es heute wohl nichts mit Radfahren werden würde. Und so beschlossen wir einen Tag hier Pause zu machen und auf besseres Wetter für eine Mountainbiketour morgen zu hoffen. Wir genossen ein ausgiebiges Frühstück mit frischem Gebäck in der Gemeinschaftsküche und kümmerten uns um unsere Fotos, die technische Ausrüstung und den Blog. Für unser Zelt war dies die erste Probe eines mehr als 10stündigen Regens. Ein guter Test da sich mit der Zeit tatsächlich einige Nahtstellen als nicht so ganz wasserdicht erwiesen. So können wir uns darum noch kümmern bevor wir einmal wirklich in einen mehrtägigen Dauerregen geraten. Am Nachmittag kam die Sonne wieder heraus und wir konnten alles zum Lüften aufhängen und das Zelt konnte trocknen. Die Räder wurden für den nächsten Tag vom Gepäck befreit und soweit startklar gemacht und nun hoffen wir, dass das Wetter morgen mitspielt, für Nachmittag wird Regen prognostiziert  frown

 

 

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