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| 08.08.2023, Katrin und Martin | ||
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03.08.2023 Heydalur-Nauteryi Per Klick auf die Fotos werden diese in einem separaten Fenster angezeigt Verkehr ist hier auf der Schotterstraße fast keiner. Irgendwann höre ich ein komisches Geräusch und im Augenwinkel sehe ich etwas im Fjord verschwinden. Nach kurzer Zeit taucht doch tatsächlich ein Wal im Fjord neben uns auf. Martin ist etwas weiter vorne und scheint das nicht mitbekommen zu haben. Ich schreie "Stop! Da ist ein Wal". Tatsächlich! eine ganze Zeit lang schwimmt der Wal in unsere Richtung mit, taucht immer wieder auf um zu atmen. Dabei hört man das Ausatemgeräusch ziemlich gut in dem stillen Fjord. Nach zwei-/dreimal atmen taucht der Wal ab. Irgendwann kommt er wieder an die Oberfläche zum Luftholen. Eine ganze Zeit beobachten wir das und fahren nebenher. Vielleicht schwimmt er ja aus dem Fjord und dann könnten wir auf die Brücke radln und ihn von oben sehen. Der Wal hat sich aber anders entschieden-er schwimmt im Fjord seine Kreise. Wir hingegen setzen unsere Fahrt aus dem Fjord und in Richtung Reykjanes weiter fort.Unser erster Stopp ist nach ca. 20km in Reykjanes, denn dort gibt es ein Café. Dort stärken wir uns, bevor es für uns weiter in Richtung Holmavik geht. Nach Reykjanes geht es noch einmal in einen Fjord, den Isafjord, und wieder hinaus. Bis Holmavik sind es noch ca 45km. Das werden wir heute wohl nicht schaffen. Insbesondere, da es nun über einen Berg, den Steingrimsflardaheidi, geht. Kurz vor dem Berg will Martin, dass ich bei der nächsten Ausweiche anhalte. Ok. Er fragt sich schon die ganze Zeit, warum er mir nicht nachkommt. Ja, da muss was faul sein. Der Hinterradreifen hat wenig Luft. Schade, es lag nicht an meinem Tempo. Also wird nachgepumpt Nach wenigen Metern kommen wir an die Kreuzung nach Nauteyri. Dort ist ein Café in 4km angeschrieben. Es ist jetzt 17Uhr. Martin meint, da die Cafés meist von 10-18 Uhr geöffnet sind, geht sich das doch locker aus bis dahin. Dann müssten wir zumindest nichts kochen. Und ich meinte, dann könnten wir gleich auch noch fragen, ob wir dort unser Zelt aufstellen dürfen. Der Umweg würde sich dann jedenfalls lohnen. Wir treten auf der Schotterstraße die 4km noch ordentlich in die Pedale. Tatsächlich, das Café ist bis 18Uhr geöffnet. Wir werden herzlich im Café willkommen geheißen. Es sind auch noch zwei weitere Gäste hier. Wir sagen, wir würden gerne etwas essen und trinken. Ich frage auch gleich, ob die Besitzerinnen wüssten, wo wir unser Zelt aufstellen könnten. Wir würden gerne fragen, bevor wir es irgendwo hinstellen. Die Damen beratschlagen sich und meinten, dass sie zwar einen Platz kennen würden, der aber noch ziemlich weit weg ist. Die Dame, die gerade noch an einem Tisch saß, kommt zu uns herüber und meinte, dass doch in dem Apartment, dass sie gemietet hätten, im Wohnzimmer am Boden Platz wäre. Wir könnten also gerne bei ihnen im Apartment mit unseren Schlafsäcken übernachten. Das ist doch super! Es stellt sich heraus, dass die Gäste ein amerikanisches Ehepaar sind, die ebenfalls mit dem Rad hier unterwegs sind. Sie würden uns gerne weiterhelfen. Das nehmen wir gerne an, und so gründen wir für eine Nacht eine Radel-WG. Es gibt eine heiße Dusche und sogar noch eine Waschmaschine und einen Trockner für unser Gewand. Und das Beste: in der Früh gehen wir gleich hinüber ins Café und frühstücken dort. 04.08.2023 Nauteyri-Holmavik Oben angekommen gibt es eine Nothütte. Dort machen wir Käsebrot-Pause. Es geht zwar nun bergab, aber bei dem Gegenwind kommen wir nicht so wirklich in Fahrt. Die Grüntöne der Landschaft sind jedenfalls toll zum Anschauen. Überhaupt gefällt mir am besten das hellgrüne Moos, das irgendwo dazwischen immer wieder aufleuchtet, wo es grad Wasser zu geben scheint.Wir kommen in Holmavik an und gehen zuerst einmal etwas essen. Gut aufgetankt stellen wir am Campingplatz unser Zelt auf. Während ich in das danebenliegende Schwimmbad noch in den Hot Pool hüpfe, checkt Martin den lokalen Supermarkt ab. Wir kaufen dann noch das Nötigste ein, bevor wir uns ins Zelt verkriechen. 05.08.2023 Holmavik-Bodeyri Kurz nach 10Uhr erreichen wir das Schaf-Café und füllen unsere Bäuche mit Salzigem und Süßem. Die Dame erklärt uns noch, dass am Montag dem 7.August alle Geschäfte im lang geschlossen sein werden. Der Montag nach dem ersten Wochenende im August ist ein Feiertag. Das ganze Land wird unterwegs sein , wir sollten uns auf viel Verkehr auf den Straßen einstellen. Wir sind froh über die Information und machen uns weiter auf den Weg. Die Landschaft wird wieder etwas schroffer. Die Sonne scheint, aber auf dem Meer zieht eine gewaltige Nebelfront in den nächsten Fjord. Auf dem Berg angekommen, bietet sich ein gigantischer Ausblick von oben auf die Nebeldecke die im Bitrufjord liegt. Das ist der letzte Fjord der Westfjorde, den wir noch entlang fahren. Wir fahren also vom Berg hinunter und tauchen in die Nebeldecke ab, um den Bitrufjord entlang zu fahren. Auf Wiedersehen Westfjorde - Bless Vestfirdir! Uns fällt auf, dass seit Holmavik viel Treibholz an den Stränden liegt. Das sehen wir hier zum ersten Mal. Am Ende des Fjords sollte es laut der offiziellen Cyclingmap Iceland 2023 eine Unterkunft geben. Wir sehen zwar kein Schild, probieren es aber trotzdem. Wir fahren 1km zu dem Haus in ein Tal hinein, wo die Unterkunft in unserem Navi eingezeichnet ist. Schaut schlecht aus; da steht kein Auto vor der Tür. Martin klopft an. Nichts rührt sich. Na gut, dann werden wir heute wohl irgendwo zelten müssen. Der nächste Campingplatz ist erst in Bodeyri und das sind noch mind. 50km. Wir haben schon 60km am Tacho. Mittlerweile hat es zugezogen und es fallen ein paar Regentropfen. Wir fahren noch über einen Berg als es wirklich zu regnen beginnt. Wir ziehen uns unser Regengewand an und beschließen bei den Häusern, an denen wir soeben vorbeigefahren sind, zu fragen, ob wir hier irgendwo unser Zelt aufstellen dürfen. Beim ersten Haus steht zwar ein Auto vor der Türe, aber niemand reagiert auf mein klopfen. Auch beim zweiten Haus haben wir keinen Erfolg. Also fahren wir weiter, bis wir zu den nächsten Häusern kommen. Immerhin haben wir jetzt Rückenwind und es geht ganz gut zu radln. Als wir bei den nächsten Häusern ankommen hat der Regen bereits aufgehört und wir ziehen uns die Regenhosen wieder aus. Mittlerweile sind es nur noch 25km bis nach Bodeyri und damit bis zum nächsten Campingplatz. Wir beschließen, dass wir einfach bis dorthin radln. Wir haben ja noch dazu Rückenwind. Da sind wir auch flotter. Jetzt ist es auch schon wurscht. In der Zwischenzeit gesellt sich ein Radelnder aus Kanada zu uns. Wir plaudern und so vergehen 10km wie im Flug. Er ist etwas schneller als wir und meint, da es nur noch 10km bis zum Campingplatz sind, würden wir uns dann dort sehen und überholt uns. Es hat wieder ein wenig zum Regnen angefangen, aber die 10km radeln wir einfach weiter bis zum Campingplatz. Um 21Uhr reiten wir dort ein. Es ist das erste Mal, dass wir die 100km Marke geknackt haben: 115km waren es heute. Schnell stellen wir unser Zelt auf. Martin kocht noch eine Nudelsuppe, während ich unsere Matten aufpumpe. Es hat zum Regnen aufgehört und wir schlürfen unsere Suppe, als eine ältere Dame vorbeikommt, um das Entgelt für den Zeltplatz zu kassieren. Das ist wirklich sehr unkompliziert hier: meistens kommt am Abend und in der Früh jemand vorbei, dem man das Entgelt für den Campingplatz bezahlt. Oder es steht irgendwo eine Box, wo man das Geld einwerfen kann. Eher seltener ist es so, dass man im danebenliegenden Schwimmbad oder Hotel oder Sportzentrum den Campingplatz bezahlt. Das funktioniert wirklich sehr unkompliziert. 06.08.2023 Boderi-Hvammstangi Mich macht das etwas nervös und ich lege dann immer einen Zahn zu, um schnell weg zu sein. Wir sind die einzigen Gäste im Museum. Es gibt Einblicke in das tägliche Leben am Hof in dieser Gegend, die Haifischerei und wir erfahren, woher das Treibholz her kommt und was damit passiert. Früher wurde das Treibholz für die Zäune der Schafsherden verwendet und damit konnte man gut Geld verdienen. Mittlerweile wird aber viel weniger Holz angeschwemmt und es gibt andere Arten für die Zäune. Daher lohnt es sich nicht mehr, das Holz zu verarbeiten. Das meiste bleibt einfach ungenutzt liegen, wie wir vom Museumsbetreiber erfahren. Wir besichtigen noch die beiden Hot Pots, gehen aber nicht hinein. Wir radln lieber weiter. Auf der Straße Nummer 1 ist reger Verkehr. Das wäre noch kein Problem. Das Problem sind ein paar Spezialisten oder Spezialistinnen beim Überholen. Zu knapp und zu schnell für den zu geringen Abstand. Wir beschließen nach 15km auf der Ringstraße einen Umweg von 13km über eine Schotterstraße zu nehmen, weil uns das auf die Nerven geht. Wir haben heute ja keinen Stress. Obwohl, wenn wir uns da die Wolken anschauen, dann rollt da ein ganz schön graue Wolkenwand in unsere Richtung. Nach 18km auf der Schotterstraße geht es nur 5km auf der Ringstraße bs zur Abzweigung nach Hvammstangi. Der Campingplatz liegt am anderen Ende des Ortes auf einem Hügel. Als wir dort ankommen, fängt es gerade zu regnen an. Wir recherchieren noch kurz, ob es hier vielleicht einmal ein Zimmer für uns gibt. Fehlanzeige-alles ausgebucht. Also doch wieder Zelt aufbauen. Der Regen dauert nur kurz und wir können im Trockenen unser Zelt aufstellen. Hier im Ort gibt es auch ein Schwimmbad. Da wäre ich gerne noch in den Hot Pool gehüpft. Außerdem gibt es am Campingplatz keine Duschen. Wie so oft, wenn ein Schwimmbad in der Nähe ist, können gegen ein Entgelt bzw. den Schwimmbadeintritt die Duschen vom Schwimmbad benützt werden. Das Schwimmbad hat aber leider bereits geschlossen und somit wird aus dem Besuch des Hot Pools nichts. Dafür gibt es hier einen Aufenthaltsraum mit Kochecke. Es erfolgt die übliche Arbeitseinteilung; Martin nutzt die Küche im Aufenthaltsraum um zu kochen und ich mach das Zelt bezugsfertig. Nach dem Essen geht es an die weitere Routenplanung. Der ursprüngliche Plan wäre gewesen, noch 160km bis nach Akureyri zu fahren, meist über die Ringstraße, und dann über das Hochland in den Süden zu radeln. Nach der heutigen Erfahrung mit der Ringstraße wollen wir das aber noch einmal überdenken und uns die Möglichkeiten anschauen, wann wir ins Hochland abbiegen können. Wir müssen auch die Hochlandfahrt noch im Detail planen. Wie viele Kilometer werden das sein? Wie viele Tage werden wir brauchen? Wie viel Essen und wie viel Kocherbenzin werden wir benötigen? Wenn diese Fragen beantwortet sind, dann müssen wir das alles auch noch besorgen. Und da am Montag die Geschäfte geschlossen sind, können wir sowieso frühestens am Dienstag mit den Planspielen fortfahren. Gesamtkilometerstand: 1330 km
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