56- FROHE WEIHNACHTEN MIT AUSRÜSTUNGSSPECIAL #1
  Unsere Fahrräder inklusive Zubehör
23.12.2019, katrin[at]lightriders[dot]info, martin[at]lightriders[dot]info
Unsere Route
Ob wir in Weihnachtsstimmung sind? Der Plastikweihnachtsbaum und die Weihnachtsdeko sind für ihren Auftritt bereits aufgeputzt… und das seit unserer Abreise im März. Im Februar war das Verstauen der Weihnachtsdeko das Letzte woran ich zwischen Routenplanung und Ausrüstungschecks dachte. Und bei unserer Rückkehr im Oktober zahlte es sich auch nimmer aus alles wegzupacken um es in 1,5 Monaten wieder hervor zu kramen. Schnee und Minusgrade hatten wir zur Genüge im Mai und Oktober. Auch die Begleiter des Weihnachtsmannes, die Rentiere, waren im hohen Norden unsere ständigen Weggefährt*innen. Wir schauten in Joulupukkis (Weihnachtsmanns) Büro vorbei, da schien er sich allerdings noch in seiner Heimat, in Korvatunturi,  aufzuhalten. Korvatunturi streiften wir nur am Rande auf unserem Weg nach Savukoski, aber des Weihnachtsmanns fellige Freunde schauten immer wieder einmal bei uns vorbei. Also ja, irgendwie war, vor allem in Finnland, der Heimat des Weihnachtsmannes, Weihnachten allgegenwärtig. Wir nutzten jetzt die Weihnachtszeit um einigen Schlüsselpersonen auf unserer Reise zu schreiben und zu berichten, dass wir das Nordkap erfolgreich erreicht haben und es fast wieder bis ganz zurück nach Wien geschafft haben. Wir haben dem Leuchtturmwärter des Lindesnes Leuchtturms, unserem Routenplaner in Lillehammer und der Campingplatzbesitzerin in Austbygde unsere Geschichte erzählt. Jede*r einzelne von ihnen hat uns geantwortet und uns jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Jedes Antwortmail versetzte uns für kurze Zeit an diesen einen bestimmten Ort zurück. Der Leuchtturmwärter aus Lindesnes schickte uns ein Foto unseres Buchbeitrags in dem Norge på langs Buch und die Campingplatzbesitzerin freute sich über unsere Rückmeldung. Ein weiteres Highlight war das Treffen mit Szymon, den wir am Nordkap und in Honningsvåg im Vandrerhjem (Jugendherberge) trafen und uns lange mit ihm beim Frühstück unterhalten haben. Er war Anfang Dezember beruflich in Wien und wir trafen uns auf ein gemütliches Abendessen und tauschten unsere Erlebnisse unserer Reisen aus. Wir genossen es einen Weggefährten unserer Reise wieder zu treffen. Wir hoffen auch zukünftig noch mehr unserer Freund*innen, die wir auf unsere Reise kennenlernten, wieder zu treffen. Unserer Routenplaner Jeroen aus Lillehammer erkundigte sich nach unseren Erfahrungen mit unserer Ausrüstung. Das bringt uns gleich zu unserem ersten Ausrüstungsspecial-Blog. Hier wollen wir uns dem Rückgrat unserer Reise widmen: unseren Rädern.
 

Ausrüstungsspecial #1: Unsere Fahrräder + Zubehör

Martin

Cube Mountainbike, Stereo 140mm SL, 27,5“, Shimano 2x11 Schaltung: 26-36 und 11-42 Kassette
3min19s Flaschenhalter Sidecage
Busch&Müller LED-Rücklicht 2C
Cateye Frontlicht GVolt20 HL-EL350G-RC
Tacx Trinkflasche Shiva 500ml
SKS Schutzblech Vorderrad Shockboard XL
Cateye Fahrradcomputer Enduro CC-ED400
MarshGuard Schutzblech
Abus Kabelschloss Combiflex 2503
Procraft Kabelschloss Double Loop

Katrin

Simplon Mountainbike, Zion, 26“, Shimano 3x9 Schaltung: 20-32-40 und 11-34 Kassette
SKS Schutzblech Vorderrad Shockboard XL (2 Stück)
SKS Schutzblech Hightrek (Hinterrad)
Cateye Frontlicht GVolt20 HL-EL350G-RC
Busch&Müller LED-Rücklicht 2C
Shutter Precision Nabendynamo PD-8
Busch&Müller USB-Stromversorgung durch Nabendynamo E-Werk + Pufferakku
Sigma Fahrradcomputer
Bike-Tech Sattelüberzug
3min19s Flaschenhalter Sidecage
Camelbak Thermotrinkflasche Chute Mag Vacuum 600ml
Thule Wimpelmast Cycling Flag

Was hat sich nun bei unseren Rädern und dem Zubehör drum herum bewährt?

Hardtail vs Fully
Zunächst einmal zu den Fahrrädern. Der Langtest Fully vs Hardtail ergab folgendes: Katrins Hardtail hat sich ganz gut geschlagen, es gab eigentlich keine größeren Probleme außer dem Felgenbruch nach etwa 4000km am Hinterrad. Nachdem das erste Fully bei Martin leider nach 550km mit einem Rahmenbruch w.o. geben musste, hat sich hier das unterwegs beschaffte Cube-Fully gut bewährt. Mit dem wurden letztendlich auch ca. 94% aller Kilometer abgespult. Auch hier hatten wir allerdings mit dem Versagen der Hinterradfelge zu kämpfen. Ein Plus des Hardtails war sicherlich die Möglichkeit auf normale Radpacktaschen mit Klicksystem auf einem Gepäckträger zurückgreifen zu können. Die Abnahme und Montage der Packtaschen war extrem leicht und schnell. Beim Fully musste eine Spezialanfertigung her, da bei einer Hinterradfederung kein normaler Gepäckträger für Packtaschen montiert werden kann. Als Packtaschen wurde hier auf Packsäcke/Dry Bags zurückgegriffen die dann einzeln auf dem Gepäckträger verstaut wurden. Der Rucksack musste dann halt am Rücken transportiert werden. Katrin fand es extrem angenehm ihren Rucksack auf dem Gepäckträger verstauen zu können und ohne Gewicht am Rücken radln zu können. Der Rucksack wurde einfach abnehmbar auf dem Gepäckträger angebracht, sodass er bei ruppigeren Strecken relativ schnell auf den Rücken verfrachtet werden konnte.

Schaltung/Übersetzung
Worauf wir bei den Rädern besonders geachtet haben, war eine berggängige Übersetzung damit wir auch lange Steigungen mit unserem Zusatzgewicht bewältigen können. Das hat sich dann auch wirklich als große Erleichterung erwiesen. Speziell das kleine Kettenblatt "Mountain Goat" mit 20 Zähnen bei Katrin hat sich sehr bewährt.

Pedale/Schuhe
Was an dieser Stelle noch erwähnt werden sollte: Wir sind die ganze Zeit mit normalen Wanderschuhen gefahren, da wir auch kein Klick-System an den Pedalen verwenden. Falls die Schuhe unterwegs kaputt gehen sollten, können sie daher ganz leicht ersetzt werden und man muss nicht irgendwelche Spezial-Radschuhe kaufen die dann vielleicht nicht so wirklich wasserdicht, kalt  und zum Gehen längerer Strecken ungeeignet sind. Das ging absolut problemlos.

Trinkflaschen
Was sich aus Katrins Sicht besonders bewährt hat, war ihre Thermotrinkflasche. Nachdem wir die meiste Zeit bei eher kühleren Temperaturen unterwegs waren, war es sehr angenehm die Flasche am Morgen vor dem Wegfahren noch einmal mit heißem Tee zu füllen. Auch für ein warmes Getränk am Abend war es praktisch, den zubereiteten Tee in die Thermoskanne umzufüllen anstatt im Topf zu lassen

Schutzbleche
Unsere Plastik-Steckschutzbleche am Vorderrad haben sich als sehr nützlich erwiesen. Nicht nur bei den Regenfahrten, sondern auch um unseren Lenkerpacksack effektiv vor dem Vorderradreifen zu schützen.

Fahnenmast
Womit wir nicht gerechnet haben: der Fahnenmast von Katrin hat die ganze Reise überlebt. Speziell bei Seitenwind hat er sich oft bedrohlich zur Seite gebogen und wir haben oft befürchtet er bricht gleich ab oder fliegt davon.

Schlösser
Was hat bei unserer Radlausrüstung noch hervorgestochen?  Unsere Schlösser waren auch ganz praktisch. Zugegeben, das Abus Schloss bestand aus einem ca. 2mm dicken Stahlseil, das man wohl mit jedem Seitenschneider in zwei Sekunden durchzwickt. Einen ernsthaften Raddieb kann man mit Kabelschlössern sowieso nicht abhalten. Aber vielleicht ein paar „Scherzkekse“. Wenn wir die Räder kurz vor einem Supermarkt geparkt haben, haben wir eigentlich immer nur dieses dünne Schloss verwendet. Das etwas dickere Schloss, das sich auch als praktisch erwiesen hat, kam dann immer über Nacht zum Einsatz.

Beleuchtung
Die Cateye Vorderlichter haben einen ziemlichen Akkuverbrauch, das haben wir bereits bei unseren winterlichen Testfahrten in Wien gesehen. Da wir aber hauptsächlich bei Mitternachtssonne unterwegs waren und es vermieden haben im Finsteren zu fahren, benötigten wir die Lichter vorwiegend bei den Tunneldurchfahrten. Und dafür reichte die Akkudauer aus. Ein nettes Zusatzfeature: Die Lampen werden mit normalen AA-Akkus betrieben, die direkt in der Lampe mittels USB-Kabel wieder geladen werden können. Man hat also gleichzeitig auch ein Akkuladegerät. Zusätzlich hatten wir auch noch Stirnlampen mit, die sich vor allem in den komplett unbeleuchteten Tunnels als Zusatzbeleuchtung sehr bewährt hatten.

Nabendynamo
Der Nabendynamo war einerseits als Stromversorgung des Handys für die Navigation und andererseits als Backup zum Aufladen von Powerbanks gedacht, für den Fall, dass wir mehrere Tage lang nicht an Strom kommen. Für die Navigation und zum Aufladen des Handys hat sich der Nabendynamo bewährt. Um Powerbanks aufzuladen war er eigentlich nicht notwendig da wir regelmäßig an Strom kamen.

Unser Fazit zu unseren Drahteseln
Für diese Tour waren wir mit unseren Rädern zufrieden. Würden wir in Erwägung ziehen mehr "Søppelwege", also mehr im Gelände zu fahren, dann wäre ein Fully sicherlich angebrachter als ein Hardtail. Bei den holprigen "Søppelwegen" nach Alta und von Alta nach Skoganvarre hatte Katrin schon Angst, dass ihre Packtaschen-Einklicksysteme bei dem Geholpere den Geist aufgeben. Weiters ist das Rad mit den Packtaschen links und rechts nicht gerade schlank und bleibt an schmalen Stellen eher hängen.
Das Fully war grundsätzlich sehr angenehm zu fahren. Auf den Straßenabschnitten machte es sich nicht negativ bemerkbar und es war sogar ganz angenehm, da man nicht jedem Kanaldeckel ausweichen musste, sondern auch einfach mal gerade durch fahren konnte. Im Gelände war es sowieso in seinem Element, sowohl bergauf und bergab steigerte es Traktion und Komfort. Letztendlich bewahrte es die Zuladung auch vor etlichen Lastspitzen auf unebenen Untergrund.

Wir wünschen allen
Glædelig jul
God jul
Hyvää joulua

Frohe Weihnachten

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