12- ETAPPENZIEL HAMBURG ERREICHT
12.4.2019, katrin[at]lightriders[dot]info
Unsere Route

In Hohenwarthe an der Elbe verließ uns unser Begleitteamteil OMTS. Mama und Papa begleiteten uns noch einen Tag bis Tangermünde. Noch überzeugte uns der Elberadweg nicht. Die Radwegbeschriftung war nicht so eindeutig wie wir es bisher gewohnt waren, wir wurden nach unserem Gefühl im Kreis geschickt, fuhren auf den bisher schon bekannten Kopfsteinpflastern oder Betonplatten oder standen gefühlsmäßig kurz vor einer Sanddüne der Nordseeküste- schön wär's!

Sandfahrbahn: Sind wir schon an der Nordsee?

In dem idyllischen Mittelalterstädtchen Tangermünde ließen wir den Abend mit Mama und Papa ausklingen bevor wir uns wieder alleine und mit all unserem Gepäck auf den weiteren Weg nordwärts machten.

Tangermünde

Natürlich nutzten wir die Gelegenheit, dass wir ein paar Dinge ausmusterten und mit den Eltern nach Wien schickten. Auch das im Bike Shop in Weiden an der Oberpfalz zwischengelagerte Fahrrad von Martin wurde von den Eltern auf ihrem Heimweg abgeholt und nach Wien mitgenommen. Bis Wittenberge wurde uns durch Durchfahrtsverbotsschilder des Elberadweges weis gemacht, dass wir eine Umleitung benutzen müssten. Es war jedoch weder beschrieben wo diese verläuft noch war die Umleitung irgendwo am Weg angeschrieben. So fuhren wir durch weniger interessante Gebiete auf Nebenfahrbahnen. Allerdings hatten wir dort äusserst zuvorkommende Begegnungen mit LKWs. Ein LKW fuhr auf eine Ausweiche und wartete sogar ab bis wir vorbeifuhren. Wir konnten das kaum glauben. In Wittenberg organisierten wir uns ein Quartier für heute abend- allerdings mussten wir dazu den Elbradweg noch 15km weiter zum Ort Cumlosen radeln. Da wir noch etwas Zeit hatten genossen wir in einem der montags rar geöffneten Cafés in der Spätnachmittagssonne am Kai in Wittenberge ein Sandwich im Glas.

Im "Vorbeifahren" haben wir heute auch gleich den 53. Breitengrad mitgenommen, wir nähern uns also weiterhin unaufhaltsam dem 71. Breitengrad.

In der Frühabendstimmung radelten wir am Elbdeich entlang nach Cumlosen. Das Elbdeichvorland bot uns einen wunderbaren Anblick- genau so hatte ich mir den Elbradweg vorgestellt: saftige grüne Wiesen, kleine Seen die in der Sonne glitzern... manchmal hatten wir das Gefühl dass hier gleich irgendwo Wasserbüffelherden auftauchen würden. Einfach wunderschön!

Da, wie gesagt,  montags so gut wie alle Gaststätten geschlossen haben, hat unser Zimmervermieter extra für uns noch ein liebevolles Abendbrot mit Nachspeise gezaubert damit wir nicht hungrig ins Bett mussten. Nach einem wunderbaren Frühstück mit unter anderem selbstgemachten Hummus, Bananensaft und Extra-Tee für die Thermoskanne für unterwegs ging es bei Sonnenschein aber recht frischem böigen Nordostwind weiter entlang des Elbdeichs. Wir bewunderten wieder die malerische Landschaft des Elbdeichvorlandes

mit jede Menge Wildgänsen, Schwänen, und Störchen

Störche scheinen hier gehegt und gepflegt zu werden, da extra Masten für ihre Nester aufgestellt wurden aus denen hin und wieder ein Storch lugte. Natürlich begegneten wir auch den DeichpflegerInnen bei ihrer Arbeit

Martin konnte nach einem etwas abgelegenen Abstecher entlang der Löcknitz auch gleich seine Kenntnisse der Tierkunde testen als uns ein Schafbock stur den Weg versperrte und sich von uns und unseren Drahteseln nicht beeindrucken ließ. Nach dem Motto der Größere gewinnt wuchtete Martin seinen Rucksack auf den Kopf um sich einen guten halben Meter größer zu machen und siehe da... der Bock machte uns sofort Platz. Auf meine Frage wie er jetzt auf diese Idee kam: "Na das habe ich mal im Fernsehen gesehen." Ich hätte ja darauf getippt, dass er das von Donald Duck gelernt hat....

So ging es entlang der Elbe vorbei an idyllischen Elbdörfern mit Fachwerksbau und Schilfdächern.

Wir trafen auch immer wieder auf ehemalige Grenztürme der Westgrenze zwischen DDR und BRD die an die damalige grüne Grenze der Elbe zwischen Cumlosen und Lauenburg erinnern.

Ehemalige Grenztürme erinnern an die Westgrenze zwischen DDR und BRD

Da uns etwas der Ehrgeiz gepackt hatte- oder uns die Aussicht auf ein paar Ruhetage antrieb- nahmen wir uns vor weitere 100km bis Boizenburg zu radeln, dann könnten wir es am 10.4. nach Hamburg schaffen. In Boizenburg war es nicht ganz so einfach ein Übernachtungsquartier zu finden und so nahmen wir eines im Nachbarort- dort allerdings hatten wir Probleme eine geöffnete Gaststätte zu finden und so gab es Pizza aus der Schachtel am Zimmer- war auch gut!
Am 10.4. standen uns dann etwas mehr als 70km bis zu unserem ersten Etappenziel Hamburg bevor. Ab Boizenburg ging etwas hügelig neben der Strasse bis Lauenburg- einem wirklich sehr hübschen Ort

Lauenburg

Danach ging es entlang des hohen Elbufers im Wald sehr schön weiter. In Geesthacht wechselten wir auf das linke Elbufer und von da an fuhren wir in einer eher monotonen Umgebung: rechts von uns der Deich und links von uns Wohnhäuser. Das zog sich dann etwas. Aber dann stand es da einfach so rum: das Ortsschild "Hamburg"

In Hamburgs Zentrum- das war uns bewusst- war es allerdings noch ein Stückchen. So fuhren wir durch den Ortsteil Wilhelmsburg, das Reiherstiegsviertel  und im Steinwerder-Hafengebiet vorbei an Blohm und Voss zum alten Elbtunnel. Ich hatte die Route extra so geplant, dass wir die Landungsbrücken im Zentrum Hamburgs durch diesen besonderen und schönen alten Elbtunnel erreichen. Mit dem Aufzug ging es hinunter in die Weströhre, die uns gekachelt und mit Jugendstillampen versehen an das andere Ufer der Elbe leitete. Dort ging es mit dem Lift wieder an die Oberfläche und wir setzten unsere Fahrt im Zentrum Hamburgs fort.

Auf Hamburg haben wir uns besonders gefreut, da wir hier Freunde treffen und bei ihnen uns und unseren Rädern eine kleine Pause gönnen dürfen. Wir wurden liebevoll empfangen und durften die letzten Sonnenstrahlen des Tages im Strandkorb auf der Dachterrasse genießen. Wir freuen uns jetzt auf ein paar Tage ohne Standortwechsel und als Stadttouristen hier um Energie für unsere nächste Etappe durch Dänemark zu tanken.

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