60- AUSRÜSTUNGSSPECIAL #4.2
  Komfortpacksystem "Katrin"
20.10.2020, katrin[at]lightriders[dot]info
Unsere Route

Für die zum Einsatz gekommenen Taschensysteme war einerseits mein Radtyp entscheidend, ein Hardtail, und andererseits die Wasserdichtheit und natürlich das Fassungsvermögen. Immerhin hatte ich doch so einiges unter zu bringen

Zunächst eine Übersicht über das Komfortpacksystem "Katrin"

Lenker

Ortlieb Lenkertasche Handelbar-Pack 15L
Accessory-Pack 3,5L

Gepäcktaschen

Tubus Gepäckträger
Packtaschen Ortlieb Back-Roller Free mit Quick-Lock2.1 20L
Rucksack Ortlieb Gear-Pack 25L

Sonstiges

Handytasche: Wildman
Oberrohrtasche: deuter Energy Bag 0,5


Lenkertaschen
Ortlieb Handelbar-Pack
Hier entschied ich mich für das Ortlieb Handlebar-Pack kombiniert mit dem Accessory -Pack. Die Befestigung, bei der man auf die ganzen Schaltungs- und Bremsleitungen achten sollte um keine abzuknicken und die Lenkergängigkeit nicht einzuschränken, ist bei diesem System eine ziemliche Fummelei. Meine kleine Rahmengröße macht es noch schwieriger, da der Platz für die Befestigung einfach viel geringer ausfällt. Einmal montiert würde ich die Tasche nie wieder runternehmen da das viel zu aufwendig ist. Da wären wir auch schon bei einem Punkt den ich berücksichtigenswert finde. Da die Ortliebtasche nicht wirklich schnell und einfach auf- und abmontierbar ist, sollte man darin Sachen aufbewahren, die selber nochmals in einem Packsack verstaut sind. Denn man kann hier nicht den ganzen Sack mit ins Zelt nehmen, sondern muss die einzelnen Stücke aus der Tasche herausnehmen. Nach mehrmaligem hin und her packen war schnell klar, dass ich dort das Zelt verstaue, da dieses sowieso noch in einer Extrahülle steckt und meist das erste ist, was man auspacken muss wenn man an einem Übernachtungsplatz ankommt. Zuerst hatte ich nämlich den Schlafsack in die Ortlieb-Lenkertasche reingestopft, merkte aber, dass es bei Regen ziemlich mühsam wäre den Schlafsack trocken aus der Tasche zu holen und ins Zelt zu verfrachten. Ich habe dann auch noch zum Beispiel die dünnere Jacke für unterwegs und die Reiseapotheke dort drinnen verstaut. Das war jene Tasche, die am besten zugänglich war und bei der man die Sachen schnell griffbereit hatte. Was ich etwas problematisch fand ist eben, dass die Lenkertaschen für kleine Rahmengrößen viel zu weit nach unten hängen. Eine extra Befestigung die ich dann mit zusätzlichen Gurten vorgenommen hatte hielt den Packsack höher damit er nicht am Reifen schleift und oben gehalten wird.

Das war auch ein Grund dafür, dass wir uns für ein Schutzblech vorne entschieden haben, einfach um zu vermeiden, dass der Packsack am Reifen schleift. Da das Material sehr dünn ist, reicht eine kurze Abfahrt bergab um es durch das Schleifen am Reifen auf zu scheuern. Mir ist das einmal mit dem Accessory Pack passiert, da dies über das Schutzbleck geschaut hat und zu tief nach unten hing. Nicht auszudenken, wenn das mit dem Handlebar-Pack passiert wäre in dem das Zelt verstaut war. Ich habe aber sicherheitshalber deshalb beim Zelt immer die Zeltunterlage zuunterst in den Sack gestopft, für den Fall, dass trotz dem Schutzblech mal was scheuern sollte. Sicher ist sicher… ein kaputtes Zelt kann keiner gebrauchen.

Accessory-Pack
Das ideal auf die Lenkertasche von Ortlieb angepasste und leicht montierbare Accessory Pack war jedenfalls sehr praktikabel. Darin hatte ich alle wichtigen Sachen wie Geldbörse, Akkus für den Fotoapparat, Garmin, Sonnencreme, Handy, etc. Das war dann alles griffbereit und auch relativ schnell abmontiert.

Gepäckträgertaschen
Ortlieb Back-Roller Free
Wegen meines Hardtails war für mich schnell klar, dass ich einen Gepäckträger für die klassischen Gepäckträgertaschen montieren möchte. Links und rechts wurde eine 20L Packtaschen von Ortlieb mit dem Klicksystem Q1.2 verwendet. Das Klicksystem kann auf die unterschiedlichen Dicken und Breiten der Gepäckträgerstangen angepasst werden. Und das alles ohne Schraubenzieher oder anderem Werkzeug. Neben den Klicks, mit denen man die Packtaschen an der oberen Stange des Gepäckträgers einklickt, haben die Packtaschen im unteren Drittel einen kleinen ebenfalls in alle Richtungen verstellbaren „Haken“ mit denen die Tasche in den Gepäckträger eingehängt wird. So wird die Tasche auch unten am Gepäckträger fixiert. Das ist bei unebenen Strecken wichtig und schont die Halterung. Durch das Klicksystem waren die Taschen schnell an- und abmontiert. Ich habe mich speziell für das robuste Material entschieden und nicht die Leichtvariante, die aus dem gleichen Material besteht wie das Handelbar-Pack. Das war definitiv eine gute Entscheidung. Da gab es wirklich keine Beanstandung: absolut wasserdicht. Der Rollverschluss ist zwar nicht so praktikabel aber wenn es wasserdicht sein soll, dann ist das die beste Variante. Zwecks Übersichtlichkeit war der Inhalt der Packtaschen nochmals in unterschiedlich färbigen Packsäcken verstaut. So wurden nur jene Packsäcke ins Zelt verfrachtet die man auch benötigte.

Rucksack Ortlieb Gear-Pack
Zusätzlich zu den zwei Packtaschen montierte ich mir auf dem Gepäckträger oben einen Rucksack. Hier entschied ich mich für einen wasserdichten Rucksack von Ortlieb, da ich hier etwas Robustes und ebenfalls Wasserdichtes wollte. Da Ortlieb für seine stabilen Packtaschen und auch wasserdichten Säcke bekannt ist, habe ich mich für den Gear-Pack 25L entschieden. Dieser Rucksack hat gute Tragegurte und ist aus dem bekannten robusten Material gefertigt. Die Idee statt eines wasserdichten Packsack auf dem Gepäckträger einen Rucksack als zusätzliches Packsystem zu verwenden war, dass man den Rucksack einerseits für Wanderungen verwenden konnte.

Andererseits konnte man ihn bei ruppigen, steilen oder kniffligen Strecken bei denen man das Gewicht auf dem Gepäckträger verringern sollte einfach auf den Rücken schnallen.

Das System hat sich bewährt. Für die Befestigung habe ich am Gepäckträger und am Rucksack je vorne und hinten links und rechts Gurtmaterial mit Steckschnallen verwendet um die Montage auf dem Gepäckträger so einfach und schnell wie möglich zu halten.

Das System hat auch prinzipiell sehr gut funktioniert. Ich musste nur zweimal einen neuen Verschluss besorgen da er abgebrochen war. Das war aber kein Problem. Natürlich saß der Rucksack nicht so fest auf dem Gepäckträger wie wenn man mit Spanngurten arbeiten würde, einerseits da man bei meinem System nicht ganz so festzurren konnte und andererseits, da die Auflagefläche des Gepäckträgers wesentlich schmäler war als die Breite des Rucksacks. Da der Rucksack allerdings links und rechts sowieso auf den Packtaschen auflag war das nicht weiter tragisch. Nachteil dadurch war, dass man nicht mehr so leicht in die Packtaschen kam. Dafür konnte man noch so allerhand an den Rucksack außen befestigen. Wie etwa unser Solarpanel, meine Ersatzreifen oder die Warnweste. Wenn man aber eine gemütliche Strecke fuhr, befestigt man den Rucksack auf den Gepäckträger und kann so ohne Rückenlast radeln. Das fand ich sehr angenehm.

Sonstiges
Oberrohrtasche deuter
Diese Tasche montierte ich anstatt am Steuerrohr, wie es eigentlich vorgesehen ist, am Sattelrohr. Hier verstaute ich die Einkaufstasche, Müslirieglen und das Fahrradschloss. Die Tasche war nicht wasserdicht, was aber auch nicht nötig war. Für das wofür sie verwendet wurde, war sie vollkommen ausreichend.

Handytasche Wildman
üblicherweise werden die Handytaschen am Steuer- und Oberrohr montiert. Diese Art der Montage stärte mich wegen der Breite jedoch beim Treten, also montierte ich die Tasche auf meinem Vorbau. Darin verstaute ich das Handy, eine Powerbank und das USB-Werk. Der vom Nabendynamo produzierte Strom wurde über das USB-Werk zum Aufladen von Powerbanks verwendet oder auch zum Aufladen vom Handy. Es hat alles wunderbar in diese Handytasche gepasst. Leider war der Reißverschluss der Handytasche durch das oftmalige auf- und zumachen schon relativ bald kaputt und wirklich wasserdicht war das System auch nicht.

Fazit
Mein System war im Großen und Ganzen für diese Tour sinnvoll. Bei vorwiegend ruppigeren Offroadstrecken oder Strecken durchs Gemüse würde ich dieses System allerdings nicht mehr verwenden. Denn das Schieben mit den Packtaschen war doch mühsam. Und das kam ja doch hin und wieder vor...

Bei schmalen Wegen kann die zusätzliche Breite durch dei Packtaschen auch etwas hinderlich sein. Die Halterungen der Packtaschen erwiesen sich trotz der teils sehr ruppigen Abfahrten als äußerst stabil. Sie hielten trotz einiger sehr ruppiger Strecken die ganzen über 8000km. Ich musste nur einmal den unteren Haken mit dem man die Tasche in den Gepäckträger einhängt tauschen. Das war übrigens auch ein Vorteil des Q1.2 Systems der Back-Roller Free Gepäcktaschen: man konnte die Einzelteile nachbestellen. Man muss also nicht gleich die ganze Packtasche entsorgen wenn der Plastikhaken oder die Trageriemen den Geist aufgeben. Das finde ich wirklich toll.

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