59- JULIAs GASTBEITRAG- Ausrüstungsspecial #4.1
  Bikepacking Variante "Julia"
07.07.2020, Julia
Unsere Route

Nach langem Überlegen habe ich mich wegen meines Simplon Fully für die Bikepacking-Variante entschieden. Ortlieb bietet hierfür eine gute Sammlung an wasserdichten Bikepacking Taschen

Hier ist meine Ausrüstungsliste

# Ortlieb Seatpack M (11 Liter Volumen)
# Ortlieb Handlebar-Pack M Lenkertasche (15 Liter Volumen)
# Ortlieb Dry Bag PS490 (13 Liter Volumen) 2 Stück für die Tauchrohre der Gabel
# 2 Blackburn Outpost Cages für die Montage der Dry Bags an den Tauchrohren
# 6 Stück Schlauchbinder Niro aus dem Baumarkt
# Fixierungsgurte in verschiedenen Längen (EXPED accessory strap)
# 4er Packsack Set EXPED Fold Drybag UL
# 4er Set wasserdichte Packsäcke von Tchibo
# selbstgenähtes Verhüterli aus alten Fahrradschläuchen für das Seatpack
# Kotflügel SKS shockboard XL fürs Vorderrad
# VAUDE Bikealpin 30+5 Bikerucksack

Handelbar-Pack and Seatpack
Aufgrund der kleinen Rahmengröße meines Bikes musste ich die Montage des Handlebar-Packs adaptieren, damit ich genug Platz für die ganzen Leitungen am Lenker hatte. Ich fertigte ein paar zusätzliche Abstandshalter an, dann war genug Platz. Außerdem musste ich die Lenkerrolle oben auf dem Lenker montieren, weil sie sonst am Vorderrad geschliffen hätte – zum Glück hatte mich Katrin schon darauf hingewiesen. Nun waren halt die Handrücken immer ein bisschen von der Lenkerrolle gequetscht. Die war aber eh weich, und somit war es kein Problem. Ich hatte dadurch immer warme Finger. Die Lenkerrolle war auch als Montagepunkt für mein Fotoapparat-Nierentascherl bestens geeignet. So hatte ich die Kamera immer gleich während des Radelns parat, wenn Rentiere oder besonders schöne andere Motive da waren.


An ein schnelles Auf- und Abmontieren ist sowohl bei der Lenkerrolle als auch beim Seatpack nicht zu denken. Mit den Klettverschlüssen ist es ein ziemliches Gefummel. Darum blieben diese beiden Bikepacks die ganze Zeit über montiert. Meine Sachen packte ich thematisch sortiert in die farblich unterschiedlichen ultralight Packsäcke von Exped. Gelb war das Regengewand, blau für die Primaloft Jacke und Hose, rot für das restliche Gewand. Alle Bikepack-Taschen waren immer dicht – außerdem hatte ich ja eh noch alles Zeugs in den bunten leichten wasserdichten Säcken drinnen – sozusagen doppelt gemoppelt. Das war auch insofern praktisch, als ich alles immer trocken in den Packsäcken ins Vorzelt brachte. Das einmal ausgeronnene Duschgel machte auch nichts, denn der Packsack vom Tchibo war auch sozusagen in die andere Richtung dicht.

Gabel Cages
Die Gabel Cages montierte ich jeweils mit Hilfe 3er Schlauchklemmen aus Niro vom Baumarkt an die Tauchrohre der Gabel, die ich vorher mit alten Fahrradschläuchen umwickelte. Die Packsäcke schnürte ich mit einem senkrechten Gurt und zwei waagrechten an diese Cages. Das hielt sogar auf diversen Söppelwegen bombenfest.

Bei holprigen Fahrten bewährte sich der aus alten Fahrradschläuchen angefertigte Streif-Schutz für die Unterseite des Seatpacks. Beim starken Einfedern streifte manchmal das Seatpack am Hinterreifen. Da das Material der Bikepacks generell nicht so robust ist wie das der herkömmlichen Drybags, hätte ich wahrscheinlich ohne das Verhüterli ein Loch in das Pack gerieben. Das blieb mir dank der Bastelei erspart.

Rucksack
Noch zu erwähnen ist der Rucksack. Der war besonders wichtig, weil ich die Transportaufgabe für das sperrige Küchengeschirr hatte. Das war unter anderem im geräumigen Rucksack untergebracht. Praktisch am Bikerucksack war, dass er gleich eine eingebaute Regenhülle hatte, und ein Fach für das Camelbag-Trinkreservoir. Das ermöglichte mir, immer genügend zu trinken, ohne dass ich halten musste. Lediglich der geschwungene Boden des Rucksackes störte mich, weil er dadurch nicht stehengeblieben ist, wenn man ihn irgendwo abstellte.

Fazit zur Bikepacking Variante "Julia"
Das Fahrgefühl war trotz der verschiedenen Packerln, die am Rad angebracht waren ganz passabel. Ich stopfte die dünnen Säcke sehr kompakt in die Packs hinein und verzurrte alles mittels der vorgesehenen Spannvorrichtungen und meiner zusätzlichen Gurte so fest ich konnte. Die Federwege der beiden Dämpfer musste ich freilich adaptieren.
Natürlich lenkte es sich ein bisschen behäbiger durch die Gabel-Packsäcke, und bei wendigen Passagen merkte ich das Seatpack hinten. Aber der Druck des Vorderrades durch das Mehrgewicht bescherte mir eine gute Bodenhaftung und Linienführung bei Bergabpassagen im Gelände.
Bis zum Schluss hat alles durchgehalten. Lediglich ein Aluhaken von einem Spanngurt musste dran glauben, als wir in der „Urlaubswoche“ in Saariselkä auf der Downhillstrecke runtersausten, und ich aus Faulheit die Gabel-Cages und deren Gurte am Bike montiert ließ. Der Haken verhängte sich in den Speichen und war danach unbrauchbar verbogen. Zum Glück hatte ich Reserve eingeplant. Außerdem war ja in Saariselkä mein Bike-Abenteuer vorbei.


Ich bin sehr dankbar, dass ich mit Katrin und Martin einen Teil der Strecke mitradeln durfte. Wir hatten – glaube ich sagen zu können – echt Spaß und ein tolles gemeinsames Abenteuer. Die Nordkap-Klippe bei Sonnenschein und warmem Wetter werde ich nie vergessen

ebenso die vielen süßen Rentiere, die uns neugierig begleiteten,

die kalten Flüsse auf den Söppelwegen, die wir mit Badeschlapfen durchquerten,

die lieben Leute, die wir trafen,
meine grauslichen Eiernockerln, die wir trotzdem hungrig verzehrten

die gemütlichen Fahrten mit den zwei Hurtigruten-Schiffen, obwohl ich Kreuzfahrten nicht mag…

Ich würde es jederzeit wieder machen!

Danke, Ihr zwei, dass Ihr mich mitgenommen habt!

Zu dritt, ja das war schon ein Hit!
Auch wir fandens nett mit dir und nehmen dich auch wieder mit...
...vor allem wenn es Eiernockerln gibt!

Katrin und Martin

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